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Interdisziplinärer naturwissenschaftlicher Unterricht

Reinhard Demuth, Klaus-Henning Hansen, Ute Harms, Helmut Prechtl

Ausgangslage

Hintergrund

Empirische Befunde zeigen

  • stark zurückgehendes Interesse an Chemie und Physik während der Schulzeit
  • unbefriedigende Kenntnisse der Lernenden im Bereich der Naturwissenschaften
  • Probleme in der vertikalen und horizontalen Vernetzung der Inhalte

Dies ist keine „Naturgesetzlichkeit“; Länder sind bei TIMSS und PISA erfolgreicher, die

  • auf der Schulebene Qualitätssicherung und stärkere Eigenverantwortung realisieren
  • auf der Unterrichtsebene Kompetenzorientierung und Kernlehrpläne umgesetzt haben

Situation (Beispiele mit Kompetenzorientierung)

  • Naturwissenschaftlicher Unterricht in 5/6 – eine zunehmende Zahl von Bundesländern führt nicht differenzierten Unterricht ein
  • Interdisziplinärer naturwissenschaftlicher Unterricht in 7/8 in Luxemburg
  • Interdisziplinärer naturwissenschaftlicher Unterricht bei G 8 in Schleswig-Holstein
  • Interdisziplinärer naturwissenschaftlicher Unterricht bzw. Fächerverbindungen in der Profiloberstufe in Hamburg und Schleswig-Holstein

Konzeptionelle Mängel sind unverkennbar.

Klärungsbedarf

  • Defizite im konzeptionellen Bereich
  • Defizite in der Bestimmung interdisziplinär vs. disziplinär
  • Neubestimmung des theoretischen Rahmens

Geplante Arbeiten in vier Teilprojekten

1. Interdisziplinärer naturwissenschaftlicher Unter­richt: Entwicklung – Stand – Perspektiven (Review-Artikel)
In den vergangenen Jahren ist international und national ein neuer Trend zu interdisziplinären Ansätzen im naturwissenschaftlichen Unterricht zu beobachten. Einige der Länder, die in TIMSS und PISA gut abgeschnitten haben, haben in ihrem Bil­dungswesen Formen interdisziplinären Unterrichts ver­ankert. Vor dem Hintergrund dieser Veränderungen stellt sich die Frage, ob es gemeinsame Kennzeichen „gelingenden“ interdisziplinären Unterrichts gibt und welche Folgerungen sich daraus für den naturwis­senschaftlichen Unterricht (in Deutschland) ergeben könnten.

2. Interdisziplinärer naturwissenschaftlicher Unterricht in den Klassen 5 und 6 für leistungsschwache Kinder
In einem von der Deutschen Post geförderten Projekt soll untersucht werden, ob und inwieweit das in diesem Alter gegebene hohe Interesse an naturwissenschaftlichen Sachverhalten genutzt werden kann, um das Selbstkonzept der Schüler/innen, aber auch ihre Lernbereitschaft im Unterricht zu stärken.

3. Übergänge zwischen interdisziplinären und disziplinären naturwissenschaftlichem Unterricht
Die Formulierung von den am Ende der Sek I erwarteten Kompetenzen in den Bildungsstandards ist fachspe­zifisch erfolgt. Ungeklärt ist, welche gemeinsamen Kompetenzbereiche und -profile bestehen – die dann auch insbesondere für den interdisziplinären Unterricht bedeutsam wären – und welche fachspezifischen Elemente darüber hinaus konstitutiv und unverzicht­bar sind.

4. Naturwissenschaftliche Profilbildung in der Oberstufe
Die Neugestaltung der Gymnasialen Oberstufe im Sinne einer „Profilbildung“ geht einher mit der Forderung, fachübergreifende Fragestellungen stär­ker in den Blick zu nehmen. Diese Neu-Orientierung erfordert die theoretische Klärung tauglicher konzep­tioneller Ansätze.