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Forscher Ferien
Eine naturwissenschaftliche Sommerschule für Grundschulkinder
aus sozial benachteiligten Umgebungen
Reinhard Demuth, Tanja Ahlers, Pay Dierks, Daniela Efler-Mikat, Barbara Grotemeyer, Claudia Herges, Katrin Kleinert, Monika Kuchnowski, Ute Rohwedder, Iris Weigt
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ausgezeichnet als "Ausgewählter Ort 2010" im Land der Ideen.
www.forscherferien.de
www.land-der-ideen.de
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Naturwissenschaftliche Kompetenz früh festigen
Sommerkurse zur Ergänzung des Schulunterrichts sind in Deutschland relativ neu. Mit dem Projekt Forscher Ferien erproben wir einen Ferienkurs zur
Förderung der naturwissenschaftlichen Kompetenzen von Grundschulkindern mit schlechten Lernvoraussetzungen.
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Hintergrund und Einsatz der Intervention
Bei der erweiterten Internationalen Grundschul-Leseuntersuchung (IGLU-E) 2001 fiel in Deutschland besonders auf: Knapp 20 Prozent der Zehnjährigen haben ein zu geringes naturwissenschaftliches
Verständnis, um erfolgreich weiterlernen zu können. Die Schulleistung korreliert stark mit der sozialen Herkunft der Kinder, geringe Förderung im familiären Umfeld wird durch die Schule nicht
kompensiert. Mit dem naturwissenschaftlichen Ferienprogramm erproben wir eine Möglichkeit, unterschiedliche Anregungsbedingungen in den Elternhäusern auszugleichen. Die Intervention findet in den
Schulferien am Übergang von der dritten in die vierte Klasse statt. Kinder dieses Alters zeigen durchweg eine hohe Lernmotivation für Naturwissenschaften, unabhängig von der Selbsteinschätzung ihrer
Leistungsfähigkeit.
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Pilotstudie I im Jahr 2006
Im Jahr 2006 wurde mit einer Gruppe von 26 Kindern aus einem sozialen Brennpunkt in Kiel eine erste Pilotstudie durchgeführt. Das IPN und
weitere Bildungseinrichtungen veranstalteten vier Wochen lang ein Programm mit Inhalten aus Chemie, Physik, Biologie und Geowissenschaften. Diese Studie hat gezeigt,
dass die Maßnahme grundsätzlich durchführbar ist: Praktisch alle Kinder nahmen regelmäßig teil, die Lerninhalte entsprachen ihrem Niveau und ihren Interessen. Die Kinder behielten den
Lernstoff über mehrere Monate, während des Kurses stieg ihr Selbstvertrauen.
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Pilotstudie II im Schuljahr 2007/2008
Naturwissenschaftliche Ferienprogramme sind aufwendig und kostenintensiv – dies darf einer Verbreiterung des Ansatzes nicht entgegenstehen. Daher wurde in einer zweiten
Pilotstudie geprüft, ob eine „schulnähere“ Vorgehensweise ebenso erfolgreich durchgeführt werden kann: Auf einen Ferienkurs im Umfang von zwei Wochen, der in diesem Fall direkt an den
Schulen durchgeführt wurde, folgte eine Naturwissenschafts-AG (Forscher-AG), die mit einer Stunde pro Woche über das ganze vierte Schuljahr lief. An dieser Pilotstudie beteiligten sich je zwei
Grundschulen in Kiel und in Bochum, für letztere gestaltete die Ruhr-Universität Bochum das Programm. Auch unter den veränderten organisatorischen Randbedingungen zeigten sich positive Wirkungen
auf die Kinder.
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Evaluation im Schuljahr 2008/2009
In der Evaluationsphase wurde untersucht, wie sich die Intervention auf die mittel- und langfristige Entwicklung der Kinder auswirkt.
Drei Schulen in Kiel und eine in
Bochum nahmen an den Forscher Ferien mit Forscher-AG teil, zwei weitere Kieler Schulen stellten je eine Kontrollgruppe. Über den Zeitraum eines
Jahres wurden mehrfach Daten erhoben:
Getestet wurde die Entwicklung des naturwissenschaftlichen Denkens, des Selbstkonzepts sowie der Lern- und Leistungsmotivation. Eine Arbeitsgruppe
der Bergischen Universität Wuppertal führte die
Untersuchungen durch.
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Kiel 2009/2010
An einer Schule in Kiel können dank eines neuen Sponsors, der Caterpillar-Stiftung mit einer weiteren Kindergruppe Forscher Ferien und Forscher AG unter der Leitung
von NaWiKiel durchgeführt werden. Aufgrund der Initiative dieser Gruppe wurden die Forscher Ferien als „Ausgewählter Ort 2010“ im Land der Ideen ausgezeichnet.
Übertragung des Konzepts auf andere Standorte
In Bochum sollen bis Ende 2010 die Voraussetzungen geschaffen werden, um das Konzept erfolgreich auf andere Standorte zu übertragen und
damit eine Nachmachbarkeit ermöglichen. Dazu erstellen sie ein Handbuch "Forscher Ferien für die Praxis", in dem sie die didaktischen Methoden, die organisatorische Logistik
sowie die notwendigen Materialien ausführlich darstellen. Zudem erfordert die Implementierung von "Forscher Ferien" an anderen Standorten die entsprechende Schulung der Betreuer. Ziel ist,
ein Fortbildungskonzept zu entwickeln und zu erproben, mit dem Interessenten - auch ohne pädagogisches Studium - das Projekt "Forscher Ferien" an jedem beliebigen Ort umsetzen können.
"Alumni-Treffen"
Die Nachhaltigkeit soll dadurch gefördert werden, dass die Forscher Ferien-Schülerinnen und Schüler, die Chance erhalten, ihr naturwissenschaftliches Interesse in den
Folgejahren zu vertiefen. Konkret bedeutet das, dass die Schülerinnen und Schüler, die im Schuljahr 2007/08 an den "Forscher Ferien" teilgenommen haben, weitere drei Jahre
begleitet werden, indem sie an den Alumni-Treffen teilnehmen. Eine von der Telekom Stiftung in Auftrag gegebene Evaluation unter Leitung von Prof. Dr. Cornelia Gräsel, Universität
Wuppertal, untersucht die langfristige Wirksamkeit der "Forscher Ferien".
NaWi-aktiv
In Kiel übernimmt das von der Deutschen Post geförderte Projekt NaWi-aktiv ebenfalls die Nachhaltigkeit. Über ein einwöchiges Ferienprogramm hinaus
finden hierbei in den Schulen regelmäßige Arbeitsgemeinschaften statt.
Förderung |
Das Projekt wird im Wesentlichen ermöglicht durch die |
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