Auswahlverfahren

In Deutschland sind alle Schülerinnen und Schüler allgemeinbildender sowie weiterführender Schulen teilnahmeberechtigt, die das 20. Lebensjahr im Jahr des internationalen Wettbewerbs noch nicht vollendet haben. Das Auswahlverfahren erstreckt sich über insgesamt vier Runden und dient dazu bundesweit die besten vier Schülerinnen und Schüler zu finden, die als Mannschaft am internationalen Wettbewerb teilnehmen (Abb. 1).

Abb. 1: Schematische Darstellung des Ablaufs des deutschen Auswahlverfahrens

Das Auswahlverfahren für ein Wettbewerbsjahr beginnt bereits Ende April des Jahres vor der eigentlichen Internationalen Olympiade und erstreckt sich bis zum Wettbewerb im Juli des nächsten Jahres. Damit verbunden findet eine Überlappung der Wettbewerbsrunden verschiedener Auswahljahre statt: Zwischen dritter und vierter Runde des einen Jahres, startet bereits die erste Runde des neuen Wettbewerbsjahres (Abb.2).

Abb. 2: Zeitlicher Ablauf des deutschen Auswahlverfahrens

Die erste besteht aus (theoretischen Aufgaben, die von den Schülerinnen und Schülern zu Hause bearbeitet werden müssen. Von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der ersten Runde werden alle, die einen Lösungserfolg von mindestens 50 % erreicht haben, zur zweite Runde zugelassen. Hier müssen wiederum theoretische Chemieaufgaben in Heimarbeit gelöst werden. Diese Aufgaben sind von allen Runden die schwierigsten, können aber und Einbeziehung verschiedenster Hilfsmittel und Materialien bearbeitet werden. Die Korrektur der Aufgaben der ersten und zweiten Runde werden landesintern in den einzelnen Bundesländern geregelt.

Die besten 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der zweiten Runde kommen in die dritte Runde. Hier trifft man sich für etwa 8 Tage zu einem Auswahlseminar. Die Teilnehmer dieser Runde werden in einem vollgefüllten Programm mit Vorträgen und Übungen im Fach Chemie weitergebildet. Darüber hinaus wird auch ein kleines Rahmenprogramm geboten. Die Lehrkräfte sind zumeist ehemalige Teilnehmer der Olympiade und reichen von Studierenden bis hin zu Universitätsdozenten. Bestandteil der dritten Runde sind auch zwei Klausuren von jeweils fünf Stunden, deren Korrektur am IPN durchgeführt wird.

Die besten 15 Schülerinnen und Schüler kommen dann zur vierten Runde für etwa eine Woche nach Kiel. Hier werden gezielt praktische Aufgaben geübt und im Labor verschiedene Experimente durchgeführt. Als Leistungsnachweis wird neben einer theoretischen Klausur nun auch eine praktische Prüfung durchgeführt (beide jeweils fünf Stunden). Die besten vier Schülerinnen und Schüler stellen dann die deutsche Mannschaft für die Internationale ChemieOlympiade und fahren zum internationalen Wettbewerb.