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Ich sehe Was(ser), was du nicht siehst

Begleitforschung zum Ausstellungsprojekt: Virtuelles Wasser begreifen

 

Problemlage:

 

    Der direkte tägliche Wasserverbrauch in Deutschland beträgt derzeit pro Kopf durchschnittlich 120 Liter am Tag. Dieser Zahlenwert reicht jedoch nicht aus, um den tatsächlichen Wasserverbrauch zum Ausdruck zu bringen, der durch unseren Lebensstil durchschnittlich verursacht wird. Dieser schließt auch jenes Wasser ein, das bei der Herstellung der konsumierten Produkte verdunstet, verbraucht oder verschmutzt wird (Haffer, Sprenger & Kremer, 2014; Kremer & Arnold, 2013). Unter Berücksichtigung dieser erheblich größeren Mengen an sogenanntem „virtuellen Wasser“ ergibt sich ein täglicher Pro-Kopf-Verbrauch von durchschnittlich 3900 Litern Wasser (ebd.). Es kommt hinzu, dass in unserer globalisierten Welt nicht mehr davon ausgegangen werden kann, dass das im Herstellungsprozess einer Ware verbrauchte Wasser auch bei uns konsumiert wird. Statistisch gesehen finden 69 % des Wasserverbrauchs der Deutschen im Ausland statt; häufig in Ländern, in denen Wasserknappheit herrscht (ebd.).

     

      Zielsetzung des Projekts:

       

      Das Projekt sucht am Beispiel des virtuellen Wassers nach neuen Wegen der Vermittlung von Wissen und Handlungsmöglichkeiten über Nachhaltigkeit. Gefördert durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) ist unter Federführung des Mathematikums in Gießen (Prof. Dr. Albrecht Beutelspacher) eine Ausstellung mit Sachinformationen, themenrelevanten Objekten und Hands-On Exponaten entwickelt worden.

      Die Ausstellung "Ich sehe Was(ser), was du nicht siehst – Virtuelles Wasser begreifen" geht in positiver Weise darauf ein, wie und wo die großen Zahlen des virtuellen Wassers entstehen, und welchen Einfluss unser Konsum in anderen Ländern haben kann. Sie zeigt globale Zusammenhänge auf und lädt den Besucher ein, im Einzelnen genau hinzuschauen. Die interaktiven Exponate fordern insbesondere eine Zielgruppe in der Sekundarstufe I spielerisch dazu auf, die nicht ganz einfache Thematik zu „begreifen“. Der Ausstellungsbesucher kann auf diese Weise selbst entdecken, wie bereits kleine Handlungen helfen, viel virtuelles Wasser einzusparen.

       

      Wissenschaftliche Begleitforschung:

       

      Die Wirksamkeit der Ausstellung in Hinblick auf die Vermittlung von BNE-relevantem Wissen und Handlungsoptionen wird in unterschiedlichen Untersuchungsdesigns begleitend untersucht. Hierzu zählen Selbstreport-Fragebögen, die den Ausstellungsbesucher zu einer persönlichen Einschätzung seines Wissenserwerbs und seiner Handlungsbereitschaft nach dem Ausstellungsbesuch auffordern. Zum anderen werden an den Ausstellungsstationen Szenarien zum lauten Denken mit Kleingruppen initiiert, aufgezeichnet und für die Weiterentwicklung der Nachhaltigkeitskommunikation zum Virtuellen Wasser ausgewertet.

       

      Unterrichtsmaterial für den fächerverbindenden Unterricht:

       

      Der Zusammenhang zwischen unserem alltäglichen Konsum und ökonomischen, ökologischen und sozialen Folgen der Wasserverknappung global, stellt ein komplexes Thema dar, das naturwissenschaftliche und gesellschaftswissenschaftliche Schulfächer gleichermaßen betrifft, wenn Wissen und Handlungsbereitschaft durch schulische Bildung angeregt werden sollen.

      Hierzu wird Unterrichtsmaterial mit Bezug zum persönlichen Wasserkonsum (z.B. Tomate, Fleisch (Nahrung), Baumwolle (Kleidung), Papier, Kaffee etc.) für den Biologieunterricht erprobt. Darüber hinaus werden fächerverbindende Möglichkeiten für den naturwissenschaftlichen Unterricht entwickelt. Auf diese Weise sollen Lehrkräfte lehrplanbezogene Unterrichtsanregungen erhalten, um Impulse für die Unterrichts- und Schulentwicklung im Bereich BNE setzen zu können.

       

      Publikationen zum Weiterlesen:

       

      Haffer, S., Sprenger, S. & Kremer, K. (2014). Wasserwerte(n) – Bildung für nachhaltige Entwicklung im Museum. In M. M. Müller, I. Hemmer & M. Trappe (Hrsg.): Nachhaltigkeit neu denken. Rio + X: Impulse für Bildung und Wissenschaft (283-290). München: Oekom.

      Kremer, K. & Arnold, J. (2013). Was ist Wasser „wert“? Mit Kindern über Nachhaltigkeit philosophieren. Sache-Wort-Zahl – Lehren und Lernen in der Grundschule 135, 35-42.

       

      Laufzeit des Projekts:

       

      2014 bis 2016

       

      Beteiligte Personen und Institutionen:

       

      Prof. Dr. Kerstin Kremer, Didaktik der Biologie, IPN

      Dr. Julia Arnold, Didaktik der Biologie, IPN

      Prof. Dr. Sandra Sprenger, Didaktik der Geographie, Universität Hamburg

      J. Christian Benninghaus, Didaktik der Geographie, Universität Hamburg

      Prof. Dr. Albrecht Beutelspacher, Mathematikum Gießen (Projektleitung)

      Carola Kahlen, Mathematikum Gießen

       

      Ausstellungsorte:

       

      12.09.2015 – 15. 11.2015

      Mathematikum, Gießen

      05.12.2015 – 21.02. 2016

      Aquarius Wassermuseum, Mülheim an der Ruhr

       

      2016

      28.05. - 23.07.2016

      Phänomenta Science Center Schleswig-Holstein, Flensburg

       

      17.09. - 30.10.2016

      M!ND, Würzburg

      Internationales Maritimes Museum Hamburg

       

      2017

      MNU Bundeskongress Aachen (in Vorbereitung)