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KiKi - Kieler Kindergartentest

Team:

Simone Dunekacke

Prof. Dr. Aiso Heinze

Prof. Dr. Meike Grüßing (Universität Vechta)

 

Ehemalige Teammitglieder:

Prof. Dr. Timo Ehmke

Dr. Eva Knopp

Dr. Irene Neumann

Dr. Christoph Duchhardt

Dr. Anne-Katrin Jordan

 

Theoretischer Hintergrund:

Der Kieler Kindergartentest Mathematik (KiKi) ist ein standardisiertes Testverfahren, das mathematische Kompetenz von Kindern im Alter von vier bis sechs Jahren erfasst. Im Unterschied zu den bisher vorliegenden Testinstrumenten, die sich primär auf den mathematischen Inhaltsbereich „Mengen, Zahlen und Operationen“ beziehen, wird im KiKi das Konstrukt „mathematische Kompetenz“ inhaltlich deutlich breiter aufgefasst. Angelehnt an die länderübergreifenden Bildungsstandards sowie an die Rahmenkonzeption des Nationalen Bildungspanels enthält der KiKi außerdem noch Aufgaben aus den Bereichen „Größen und Messen“, „Raum und Form“, „Daten und Zufall“ sowie „Veränderung & Beziehungen“.

 

Testdurchführung:

Der KiKi wird in Einzelinterviews von geschulten Testleiterinnen und Testleitern durchgeführt und dauert maximal 30 Minuten. Neben verschiedenen Testmaterialien wie Bildern, Bauklötzen und Muggelsteinen, wird eine Handpuppe aktiv in die Testung einbezogen. Diese dient einerseits als dritte Person bei der Darbietung der Testaufgaben und andererseits als „Eisbrecher“, um ein Gefühl von Sicherheit und Vertrautheit zu vermitteln. Die Antworten der Kinder werden in einem Protokollbogen dokumentiert.

 

Pilotierungsstudien:

Im Rahmen einer ersten Pilotierungsstudie wurde der Itempool bei insgesamt 469 Kindergartenkindem aus 37 Kindertageseinrichtungen in Kiel und Umgebung sowie in Lüneburg eingesetzt. Die insgesamt 122 Testitems waren in einem Multimatrixdesign auf verschiedene Testversionen verteilt, sodass jede Testaufgabe im Mittel von ca. 120 Kindern bearbeitet wurde.

Da in einigen Inhaltsbereichen noch zu wenige Items vorhanden waren, wurden Items nachentwickelt und anschließend pilotiert. Die zweite Pilotierung fand bei 165 Kindern in acht Kindergärten in Kiel und Umgebung statt.

 

Testformen:

Nach der Auswertung der Pilotierungsdaten konnten drei unterschiedlich schwere Testversionen zusammengestellt werden.

1)     KiKi leicht: 4;0 – 4;6 Jahre

2)     KiKi mittel: 4;7– 5;6 Jahre

3)     KiKi schwer: 5;7 – 6;6 Jahre

 

Alle drei Testheftversionen sind verlinkt, d.h. es gibt eine größere Schnittmenge gemeinsamer Linking-Items. Mithilfe von Methoden der Item-Response-Theorie können die Itemschwierigkeiten auf eine Skala gebracht werden und somit die Entwicklung der mathematischen Kompetenz von Kindern im Längsschnitt verfolgt werden.

 

Weiterführende Arbeiten:

Ergänzend zu den bisherigen Analysen zur Validität des entwickelten Verfahrens (Knopp et al., 2014; Jordan et al., 2015) sind Untersuchungen der konvergenten Validität mit dem OTZ (Osnabrücker Test zur Zahlbegriffsentwicklung, van Luit, van de Rijt & Hasemann, 2001) geplant. Eine vergleichbare Studie wurde bereits mit einer niederländischen Version des KiKi und dem Utrechtse Getalbegrip Toets (UGT, van Luit, van de Rijt & Pennings, 1994, die niederländische Ursprungsversion des OTZ) mit 168 Kindern in Utrecht durchgeführt. Dabei wurden alle drei KiKi-Versionen bei Kindern der drei Altersgruppen eingesetzt. Es zeigte sich eine vergleichbar hohe Korrelation von .87 zwischen dem KiKi und dem UGT. In einem Regressionsmodell unter Kontrolle des Alters und der Arbeitsgedächtniskapazitäten ergab sich ein Regressionskoeffizient von .66 für den UGT.

 

Kooperationen:

Universität Rostock, Institut für Sonderpädagogische Entwicklungsförderung und Rehabilitation, Projekt KOMPASS: Einsatz des KiKi im Längsschnitt

Universität Utrecht, Dr. Anne van Hoogmoed, Dr. Evelyn Kroesbergen: Übersetzung des KiKi ins Niederländische, Validierungsstudie

 

Publikationen:

Dunekacke, S., Grüßing, M. & Heinze, A. (2016). Is Considering Numerical Competence Sufficient? The Structure of 6-year-old preschool children’s mathematical competence. Paper presented at the third conference of Mathematics Education in the Early Years (POEM 3).

Grüßing, M., Heinze, A., Duchhardt, C. , Ehmke, T., Knopp, E. & Neumann, I. (2013). KiKi – Kieler Kindergartentest Mathematik zur Erfassung mathematischer Kompetenz von vier- bis sechsjährigen Kindern im Vorschulalter. In M. Hasselhorn, A. Heinze, W. Schneider & U. Trautwein (Hrsg.), Diagnostik mathematischer Kompetenzen. (1. Ausgabe) (S. 67-80). (Jahrbuch der pädagogisch-psychologischen Diagnostik. Tests und Trends). Göttingen: Hogrefe Verlag.

Jordan, A.-K., Duchhardt, ,C., Heinze, A., Tresp, T., Grüßing, M. & Knopp, E. (2015). Mehr als numerische Basiskompetenzen? Zur Dimensionalität und Struktur mathematischer Kompetenz von Kindergartenkindern. Psychologie in Erziehung und Unterricht, 62, 205-217.

Knopp, E., Duchhardt, C., Ehmke, T., Grüßing, M., Heinze, A. & Neumann, I (2014). Von Mengen, Zahlen und Operationen bis hin zu Daten und Zufall – Erprobung eines Itempools zum Erfassen der mathematischen Kompetenz von Kindergartenkintern. Zeitschrift für Grundschulforschung, 7(1), 20-34.

Neumann, I., Duchardt, C., Grüßing, M., Heinze, A., Knopp, E. & Ehmke, T. (2013). Modeling and assessing mathematical competence over the lifespan. Journal for Educational Research Online, 5(2), 80-109.