MaLeMINT

Mathematische Lernvoraussetzungen für MINT-Studiengänge - eine Delphi-Studie mit Hochschullehrenden

 

Gefördert durch die Deutsche Telekom Stiftung

Laufzeit: 01.07.2015 - 30.06.2017

 

Ausgangslage

In Studiengängen des MINT-Bereichs verzeichnen Hochschulen in Deutschland seit Jahren konstant hohe Studienabbruchquoten. Als wesentliche Ursache dafür werden von Hochschulseite vor allem die geringen mathematischen Lernvoraussetzungen der Studienanfängerinnen und Studienanfänger angesehen, die auf eine unzureichende schulische Vorbildung zurückgeführt werden. Zur Verringerung der Anzahl der Studienabbrüche werden inzwischen an fast allen Hochschulen in Deutschland mathematische Vorkurse angeboten. Auffällig ist dabei die große Heterogenität in der inhaltlichen Ausrichtung dieser Vorkurse trotz vergleichsweise kohärenter Anforderungen für die Mathematik-Abiturprüfungen in den Bundesländern und trotz ebenfalls vergleichsweise kohärenter mathematischer Studieninhalte im ersten Studienjahr. Eine Ursache dafür liegt vermutlich in der Tatsache, dass es von Hochschulseite bisher keine breit akzeptierte, systematische und konkrete Beschreibung der erwarteten mathematischen Lernvoraussetzungen für MINT-Studiengänge gibt.

 

Zielsetzung

Vor dem Hintergrund dieser Ausgangslage hat das Projekt MaLeMINT zum Ziel, die von Studienanfängerinnen und Studienanfängern erwarteten mathematischen Lernvoraussetzungen für ein MINT-Studium aus Sicht der Hochschulen zu explorieren und zu systematisieren. Aus den Ergebnissen einer Befragung einer Stichprobe von mehr als 1000 Hochschullehrenden sollen Mindeststandards für mathematische Kompetenzen zum Studienbeginn abgeleitet werden.

 

Methode

Kernstück von MaLeMINT ist eine Delphi-Befragung von Hochschullehrenden, die in der Mathematikausbildung im MINT-Bereich zu Studienbeginn Erfahrung haben. Die Delphi-Methode ist ein etabliertes Verfahren zur Konsensfindung innerhalb einer Gruppe von Expertinnen und Experten, das auf einem mehrstufigen iterativen Befragungsprozess mit strukturierten Rückmeldungen basiert. Für die Delphi-Studie sollen Hochschullehrende möglichst aller Hochschulen mit MINT-Studiengängen in Deutschland befragt werden.

 

Erwartete Ergebnisse

Durch die Anlage als Delphi-Befragung wird ermöglicht, ein Modell der erwarteten Lernvoraussetzungen für die Mathematik-Veranstaltungen in MINT-Studiengängen zu erarbeiten, das auf einem breiten Konsens der Hochschullehrenden beruht. Dieses kann dann etwa als Grundlage zur Konzeptionierung von Fördermaßnahmen wie Vor- und Brückenkurse oder für die Entwicklung von kompetenzbezogenen Selbsttests für Studieninteressierte herangezogen werden. Darüber hinaus werden Impulse für eine bildungspolitische Diskussion für den Übergang Schule-Hochschule erwartet.

 

Personen

Aiso Heinze, IPN Kiel, Abteilung Didaktik der Mathematik

Irene Neumann, IPN Kiel, Abteilung Didaktik der Physik/Didaktik der Mathematik

Christoph Pigge, IPN Kiel, Abteilung Didaktik der Mathematik

 

E-Mail-Adresse des Projekts:             [Email protection active, please enable JavaScript.]