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10 Jahre Forschungsexpress in Schleswig-Holstein

3. September 2015

12.000 Kinder können nicht irren – Selbst-Experimentieren macht mehr Spaß als Fernsehen

„Krieg ich noch einen Faden, meiner ist weg?“ fragt Cedric aus der dritten Reihe. Seine Augen funkeln hinter der Laborbrille und er guckt auch ein bisschen schuldbewusst, weil er weiß, dass er seinen zweiten Faden eigentlich nicht verbrennen sollte. Aber ihm kann geholfen werden, schließlich soll er ja weiter forschen und der Frage auf den Grund gehen: Was brennt denn eigentlich bei der Kerze?

Seit August 2005 besucht der Forschungsexpress Grundschulen in Schleswig-Holstein und bringt im „Krabbenexpress“ alles das mit, damit zwei Klassen zu verschiedenen spannenden Themen experimentieren können. Das Projekt, eine Kooperation des Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik und der Firma NaWiKiel GbR, hat auf diese Weise im Laufe der 10 Jahre mehr als 12.000 Kinder und ihre Lehrer erreicht. Das Jubiläum wird am 8.09.2015 anlässlich eines Besuches bei den Schülern der Schule am Ochsenweg in Westerrönfeld gefeiert. Dank Sponsoren wie die Innovationsstiftung SH, die Bayer Science Foundation und dem Fonds der Chemischen Industrie sind die Besuche für die Schulen kostenfrei. Auch die Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät der CAU Kiel unterstützt das Projekt.

Der Vorstoß in Richtung auf mehr Naturwissenschaften im Sachkundeunterricht der Grundschulen funktioniert in einer Art Schneeballsystem: Die Lehrkräfte werden angeregt, mit den angebotenen einfachen Mitteln Themen und Methoden aus Chemie und Physik in ihren Unterricht einzubauen, und diese Motivation im Kollegium und Kollegenkreis weiterzugeben. Und das gelingt. Oft staunen die Lehrer mit welcher Intensität und Konzentration gerade auch sonst leistungsschwache Kinder an diesen Vormittagen arbeiten.
Mit einfachsten Mitteln sind Versuche möglich, die die Kinder ansprechen und die Möglichkeit geben naturwissenschaftliche Zusammenhänge zu vermitteln. Mit welcher Freude und welchem Ideen-reichtum die Kinder die Aufgaben angehen, kann man dem Bild entnehmen. Ein alter Dynamo und ein Lämpchen reichen aus, damit die Kinder „spielend“ erfahren wie Bewegungsenergie in elektrische Energie und Licht umgewandelt wird.

Soviel Begeisterung ist ansteckend und für das Team des Forschungsexpress die Motivation immer wieder mit Freude neue Klassen für die Naturwissenschaft zu gewinnen.

Kontakt: Barbara Grotemeyer
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