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Deutsches Schülerteam gewinnt fünf Medaillen bei der Internationalen PhysikOlympiade in Mumbai, Indien

13. Juli 2015

Zu der diesjährigen Internationalen PhysikOlympiade sind Delegationen mit insgesamt 382 Schülern aus 82 Ländern nach Mumbai gereist, um in theoretischen und praktischen Aufgaben die besten Nachwuchsphysikerinnen und -physiker der Welt zu finden. Die fünf deutschen Schüler haben mit drei Silber- und zwei Bronzemedaillen ein sehr gutes Ergebnis im europäischen Spitzenfeld erreicht und kehren mit vielen Eindrücken an ein unglaublich vielfältiges Land zurück nach Deutschland.

Die Internationale PhysikOlympiade – kurz IPhO – bringt die besten Physiknachwuchstalente der Welt zusammen. Bei kniffligen Aufgaben stellen sie ihr Können unter Beweis und wetteifern um olympisches Edelmetall. Bei der 46. IPhO, die vom 04. bis zum 12. Juli 2015 in Mumbai, Indien stattfand, haben sich die Gastgeber einiges einfallen lassen, um die Aufgaben herausfordernd, spannend und relevant zu gestalten. Zahlreiche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Lehrerinnen und Lehrer sowie ehemalige Teilnehmende haben die Aufgaben über einen langen Zeitraum konzipiert, erprobt und verfeinert. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen: Gegenstand des ersten Prüfungstages war die Untersuchung der Struktur der DNA an einem Modell. Mit Hilfe von Beugungsphänomenen konnten die Olympioniken zumindest in Ansätzen die Experimente nachvollziehen, die zur Entdeckung der Doppelhelixstruktur der DNA geführt haben. Außerdem war ein Experiment zu Oberflächenwellen von Wasser zu bearbeiten. In der theoretischen Klausur behandelten die Aufgaben Themen wie die Untersuchung der Temperaturverhältnisse auf und in der Sonne mit Hilfe solarer Teilchen, die Anwendung von Extremalprinzipien in der Physik und Grundlagen des Betriebes von Kernreaktoren. Damit deckten die außerordentlich gut vorbereiteten Aufgaben ein breites Spektrum ab und stellten die  Teilnehmenden vor einige Herausforderungen.

Auf deutscher Seite stellten sich Vincent Grande von der Wilhelm-Ostwald-Schule (Leipzig), Georg Berger vom Werner-Heisenberg-Gymnasium (Leverkusen), Friedrich Hübner vom Carl-Zeiss-Gymnasium (Jena), Sven Jandura vom Martin-Andersen-Nexö-Gymnasium (Dresden) und Arne Wolf von der Wilhelm-Ostwald-Schule (Leipzig) diesen Herausforderungen. Sie wurden in einem vierstufigen bundesweiten Auswahlwettbewerb unter etwa 500 Schülerinnen und Schülern ausgewählt und anschließend intensiv auf den Wettbewerb vorbereitet. Nach Indien begleitet wurden sie von Dr. Stefan Petersen und Peter Wulff, beide vom Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik an der Universität Kiel, das für die Auswahl und das Training des Teams verantwortlich ist.

Neben den Klausuren gab es reichlich Gelegenheit, Einblicke in die vielfältige Kultur Indiens aber auch der anderen teilnehmenden Nationen zu erhalten. Jedes Team bekam einen Guide an die Seite gestellt, der oder die sie durch den Wettbewerb begleitete und für alle alle Fragen rund um das Gastgeberland offen war. Feierlicher Abschluss der IPhO war die Preisverleihung am 12. Juli. Trotz des hohen Schwierigkeitsgrades haben einige Schüler die Aufgaben des Wettbewerbes nahezu vollständig gelöst - eine enorme Leistung!

Auch die deutschen Schüler konnten überzeugen und kehren jeder mit einer Medaille zurück nach Deutschland: Je eine Silbermedaille ging an Vincent Grande (Platz 57), Friedrich Hübner (Platz 91) und Sven Jandura (Platz 94). Georg Berger (Platz 109) und Arne Wolf (Platz 126) konnten sich eine Bronzemedaille sichern. Damit erreicht Deutschland einen Platz in europäischen Spitzenfeld. Die ersten Plätze gingen auch in diesem Jahr vornehmlich an asiatische Nationen.

Das deutsche Schülerteam der 46. IPhO in Mumbai.
V.l.n.r.: Vincent Grande (Silber), Sven Jandura (Silber), Arne Wolf (Bronze),
Friedrich Hübner (Silber) und Georg Berger (Bronze)

Die spannenden Aufgabenstellungen, der Kontakt zu Physikbegeisterten aus der ganzen Welt, das feuchtwarme Monsunklima und die grandiose Gastfreundschaft werden bei allen Delegationsteilnehmern sicher einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Und für das kommende Jahr haben die Schweiz und Liechtenstein bereits zur 47. IPhO nach Zürich eingeladen.

 

Dr. Stefan Petersen
IPN an der Universität Kiel
Olshausenstraße 62
24098 Kiel
Tel.    0431 / 880-5120
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Web    www.ipho.info