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IPN-Sprotten: ein Erfolgsmodell

11. Juni 2018

Seit 5 Jahren werden Kinder unter 3 Jahren in der Tagespflegestelle am Institut in Kooperation mit der AWO betreut.

Seit vielen Jahren ist das Kieler Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN) bemüht, Strukturen zu schaffen, die die Vereinbarkeit von Familie, Beruf und Karriere unterstützen. Bereits im Jahr 2006 erhielt das IPN für seine Familienfreundlichkeit das Zertifikat der berufundfamilie Service GmbH. Von diesem Zeitpunkt an stand alle drei Jahre die Familienfreundlichkeit des IPN erneut auf dem Prüfstand. Nach vier jeweils für drei Jahre befristeten Zertifikaten erhielt das IPN im Jahr 2017 – übrigens als erstes Leibniz-Institut – ein dauerhaftes Zertifikat.

In diesem Rahmen wurde vor fünf Jahren eine Tagespflegestelle für Kinder unter drei Jahren am IPN eingerichtet: die IPN-Sprotten. Hier können IPN-Beschäftigte, vor allem junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Qualifizierungsphasen (Promotion oder Habilitation) ihr Kleinkind unter drei Jahren während der Arbeitszeit durch eine qualifizierte Tagesmutter unter familiennahen Bedingungen betreuen lassen. Dies hilft ihnen, ihre Qualifikationsziele erfolgreich zu verwirklichen. Möglich wurde das Angebot durch die in Kiel einmalige Kooperation zwischen dem IPN und der AWO Kiel e.V., die als kompetenter Träger der Tagespflegestelle über mehr als 20-jährige Erfahrung in diesem Bereich verfügt. Das Betreuungskonzept der AWO ist an anerkannten Standards ausgerichtet und an die konkreten Gegebenheiten des IPN angepasst. Die Tagesmutter ist sozialversicherungspflichtig beschäftigt, wird regelmäßig fortgebildet und fachlich fundiert begleitet. Das Jugendamt der Stadt Kiel erteilte die erforderlichen Genehmigungen für die Pflege. Die Pflegesätze orientieren sich an der Gebührentabelle der Stadt Kiel.

Für eine relativ kleine Einrichtung wie das IPN mit knapp 200 Beschäftigten war eine Tages-pflegestelle wegen der damit verbundenen Flexibilität attraktiv: Es waren nur geringe bauliche Veränderungen nötig, die Anschaffungen waren überschaubar. Sollte sich der Bedarf verändern, kann das Angebot angepasst werden.

In den vergangenen fünf Jahren hat sich die Existenz der IPN-Sprotten als wirkungsvolle Maßnahme erwiesen, um Menschen auch beim Erwerb ihrer akademischen Qualifizierung zu unterstützen. Darüber hinaus zeigte sich, dass die Förderung der besseren Vereinbarkeit von Beruf, Karriere und Familie ein Standortvorteil sein kann. Wenn man sich der Randlage von Kiel und Schleswig-Holstein und der damit verbundenen negativen Folgen bewusst ist, gewinnen solche Maßnahmen besondere Bedeutung. „Familienbewusste Personalpolitik ist gerade für ein Forschungsinstitut wichtig. Mit jeder Mitarbeiterin und jedem Mitarbeiter, die bzw. der aus der Elternzeit nicht an das Institut zurückkehrt, weil Familie und Forschungstätigkeit nicht zu vereinbaren sind, geht kostbares Know-how verloren“, so Professor Dr. Olaf Köller, Geschäftsführender Wissenschaftlicher Direktor des IPN.

Das Jubiläum wird im Rahmen des alljährlich am IPN stattfindenden „Tages der Familie“ gefeiert, und zwar am 13. Juni 2018 ab 14:30 Uhr.