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Sprache und Kommunikation im Unterricht: 9. SH-Sommeruniversität für Lehrkräfte vom 25. bis 27. August 2016

1. September 2016

„Sprache und Kommunikation im Unterricht“ so lautete in diesem Jahr das Thema der schleswig-holsteinischen Sommeruniversität. 56 Lehrerinnen und Lehrer kamen vom 25. bis 27. August 2016, also in der vorletzten Sommerferienwoche, für diese dreitägige Veranstaltung in der Akademie Sankelmark / Europäische Akademie in der Nähe von Flensburg zusammen, um einen Einblick in wissenschaftliche Erkenntnisse zur Bedeutung von Sprache und Kommunikation für den Schulunterricht zu bekommen und diese vor dem Hintergrund ihrer Praxiserfahrung zu diskutieren. Die vom Ministerium für Schule und Berufsbildung des Landes Schleswig-Holstein (MSB), dem Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN), der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) und dem Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein (IQSH) gemeinsam angebotene Sommeruniversität hat zum Ziel, den Dialog zwischen der Wissenschaft, schulischer Praxis und Bildungspolitik im Land zu fördern sowie aktuelle Befunde aus der allgemeinen und fachbezogenen Bildungsforschung in ihrer Bedeutung für die Unterrichtspraxis zu beleuchten. Die Veranstaltung, die im nächsten Jahr ihr 10-jähriges Jubiläum feiert, hat sich als absolutes Erfolgsprojekt erwiesen.

In diesem Jahr wurde die Sommeruniversität von Staatssekretär Dirk Loßack (MSB) und von Frau Professor Ute Harms (IPN / CAU) eröffnet. In seinen Begrüßungsworten hob der Staatssekretär die große Bedeutung  des Veranstaltungsthemas nicht nur für den Schulunterricht im Allgemeinen sondern für die Integration von Flüchtlingen im Besonderen hervor. Frau Professor Harms ging in ihrer Eröffnungsrede auf die Vielfalt der Bedeutung von Sprache im Schulunterricht als Voraussetzung, Mittel und Ziel ein. Der erste Vormittag der Veranstaltung war dann der entwicklungspsychologischen Betrachtung von Sprache gewidmet. Frau Professor Sabine Weinert (Universität Bamberg) spannte in ihrem Vortrag einen weiten Bogen von der frühkindlichen Sprachentwicklung über die Fortführung der Sprachentwicklung im schulfähigen Alter bis zu ihrer Bedeutung für schulisches Lernen und Leistung. Der folgende Teil der Veranstaltung setzte sich mit der Frage auseinander: „Wie viel Sprache braucht das Fach?“. Herr Professor Leisen (Studienseminar Koblenz/ Universität Mainz) ging in diesem Zusammenhang insbesondere ein auf das Zusammenspiel von Fach- und Sprachlernen in einem sprachesensiblen Fachunterricht. Anschauliche Unterrichtsbeispiele für Geschichte, Biologie, Physik und Mathematik wurden intensiv mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern diskutiert. Frau Professor Christina Drüke-Noe von der Pädagogischen Hochschule in Weingarten machte am Freitag Vormittag in einem ausführlichen Vortrag mit anschließendem Workshop deutlich, wie wichtig die Wortsprache auch für den  Mathematikunterricht ist. Im Anschluss daran ging es um einen ganz anderen Aspekt von Sprache im Unterricht. „Bilingualer Spracherwerb in der Primar- und Sekundarstufe“ lautete der Vortragstitel von Herrn Professor Möller (CAU), der aktuelle Ergebnisse aus der EUROPA-Studie berichtete. Hieran schloss sich ein Workshop, geleitet von dem Diplom Psychologen Nils Machts (CAU), an, in dem die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre diagnostische Kompetenz in einem Simulierten Klassenraum beweisen konnten. Der letzte Teil der Sommeruniversität wurde am Samstag Vormittag von Herrn Professor Kilian (CAU) bestritten. Sein Vortrag „Von abiotischer Faktor über Hypotenuse bis Zustandspassiv beleuchtete die Problematik, wie denn Fachwortschätze im Unterricht so vermittelt werden können, dass sie für Schülerinnen und Schüler auch verstehbar werden. Im anschließenden Workshop wurden Unterrichtsbeispiele unter der Fragestellung diskutiert, wie Schülerinnen und Schülern der Weg vom Referent über das Wort bis zum Begriff gelingen kann.

Wie im vergangenen Jahr so machte die Sommeruniversität auch in diesem Jahr ihrem Namen wieder alle Ehre: Bei strahlend blauem Himmel und Temperaturen um die 25° Celsius beschäftigten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit großem Interesse und hohem Engagement mit den angebotenen Themen. Die konstruktive, entspannte Atmosphäre während der gesamten Veranstaltung, der Einblick in aktuelle wissenschaftliche Arbeiten zum Thema sowie die exzellenten Vorträge und Workshops der Referenten und Referentinnen wurden als die Aspekte genannt, die die Sommeruniversität auch in diesem Jahr für die Lehrerinnen und Lehrer wieder so attraktiv gemacht haben. Daher war es nicht verwunderlich, dass viele der Teilnehmerinnen und Teilnehmer sich mit den Worten verabschiedeten: „ ...und nächstes Jahr komme ich wieder!“

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Prof. Dr. Ute Harms
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