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Doktorandin des IPN mit Fakultätspreis der Universität Kiel ausgezeichnet

20. Juli 2017
Doktorandin des IPN mit Fakultätspreis der Universität Kiel ausgezeichnet

Der Präsident der Universität Kiel Prof. Dr. Lutz Kipp (li.) und die Preisträgerin Dr. Marlit Lindner (IPN). (c) CAU Kiel

Frau Dr. Marlit Annalena Lindner wurde gestern der Fakultätspreis 2016 der Philosophischen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel verliehen. Mit dem Preis wird jährlich eine herausragende Dissertation der Fakultät ausgezeichnet. Er ist mit 1000 Euro dotiert. Gestern Abend nahm die Preisträgerin die Auszeichnung aus den Händen des Universitätspräsidenten Prof. Dr. Lutz Kipp im Rahmen eines Festaktes entgegen.

Marlit Annalena Lindner, Mitarbeiterin der Abteilung Erziehungswissenschaft am IPN, hat bei Prof. Dr. Olaf Köller (IPN) und Prof. Dr. Günter Köhnken (CAU) ihre Promotionsarbeit im Fachbereich Psychologie mit der Auszeichnung "summa cum laude" abgeschlossen. Der Titel ihrer Dissertation lautet: „Der Einfluss multipler Repräsentationen auf die Bearbeitung von Multiple-Choice-Aufgaben: Ein kognitionspsychologischer Ansatz zur Validierung von Leistungstests“.

In ihrer Arbeit hat sich Frau Lindner mit der Frage auseinander gesetzt, wie man durch den Einsatz kognitionspsychologischer Methoden Informationsverarbeitungsprozesse bei der Bearbeitung von Testaufgaben aufdecken kann, um beispielsweise mehr über die Wirkung von Testaufgabeneigenschaften zu erfahren. Dabei hat sie sich vor allem mit der Nutzung von Blickbewegungsanalysen (Eyetracking) im Testkontext beschäftigt und inhaltlich als Schwerpunkt Effekte veranschaulichender Bilder in Testaufgaben untersucht (vgl. Multimedia-Effekt).

Im Rahmen mehrerer aufeinander aufbauender empirischer Experimente konnte sie grundlegende Erkenntnisse zu kognitiven Prozessen bei der Bearbeitung von Multiple-Choice-Testaufgaben gewinnen. Zudem konnte sie durch die gleichzeitige Betrachtung von motivationalen und kognitiven Multimedia-Effekten im Testkontext zeigen, dass Schülerinnen und Schüler durch das Hinzufügen veranschaulichender Bilder zu naturwissenschaftlichen Aufgaben bei der Lösungsfindung sinnvoll unterstützt werden. Auch waren die Schülerinnen und Schüler motivierter, die Aufgaben zu bearbeiten. Veranschaulichende Bilder in Testaufgaben scheinen somit einen positiven Beitrag zur Gültigkeit von Testergebnissen zu leisten. Die Analyse von Blickbewegungen machte es dabei möglich, das Verhalten von Kindern bei der Aufgabenlösung auf einem hochauflösenden Niveau zu betrachten und so theoretische Annahmen über Prozesse der Nutzung von Texten und Bildern bei der Aufgabenlösung zu prüfen.

Insgesamt trägt die Arbeit dazu bei, das methodische Repertoire zur Analyse von Testaufgaben zu erweitern und neue inhaltliche Erkenntnisse zu Effekten der Nutzung multimedialer Darstellungen in naturwissenschaftlichen Tests zu generieren. Dies ist unter anderem vor dem Hintergrund großer Schulleistungsstudien wie PISA oder TIMSS relevant und untermauert die Forderung, Methoden der Kognitionspsychologie vermehrt zur Validierung und Untersuchung von Testaufgaben in der Bildungsforschung einzusetzen.

Weiterführende Publikationen:
Lindner, M. A., Eitel, A., Strobel, B. & Köller, O. (2017). Identifying processes underlying the multimedia effect in testing: An eye-movement analysis. Learning and Instruction, 47, 91-102. doi.org/10.1016/j.learninstruc.2016.10.007.

Lindner, M. A., Ihme, J. M., Saß, S. & Köller, O. (2016). How representational pictures enhance students' performance and test-taking pleasure in low-stakes assessment. European Journal of Psychological Assessment. Advance online publication. doi:10.1027/1015-5759/a000351

Lindner, M. A., Strobel, B. & Köller, O. (2015). Multiple-Choice-Prüfungen an Hochschulen? Ein Literaturüberblick und Plädoyer für mehr praxisorientierte Forschung. Zeitschrift für Pädagogische Psychologie, 29, 133–149. doi:10.1024/1010-0652/a000156

Lindner, M. A., Eitel, A., Thoma, G.-B., Dalehefte, I. M., Ihme, J. M. & Köller, O. (2014). Tracking the decision making process in multiple-choice assessment: Evidence from eye movements. Applied Cognitive Psychology, 28(5), 738–752.

Kontakt:
Dr. Marlit Annalena Lindner
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