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Studie zeigt: Corona-Pandemie belastet Lehrkräfte

26. November 2020

Ergebnisse aus einer von der DAK-Gesundheit geförderten und vom Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung, IFT-Nord, unter Beteiligung des IPN durchgeführten Studie zeigten, dass Lehrkräfte durch die Corona-Krise massiv belastet sind.

Das IFT befragte online Lehrkräfte an 1581 Schulen in Nordrhein-Westfalen. Geantwortet haben rund 2000 Lehrerinnen und Lehrer sowie Personen aus den Schulleitungen. Danach empfinden 90% der Lehrkräfte derzeit den Schulunterricht anstrengender als im Vergleich zum vorangegangenen Jahr vor der Pandemie. 28% der Lehrkräfte fühlen sich mehrfach im Monat erschöpft. 65% der Lehrkräfte machen sich große Sorgen um die eigene Gesundheit, die Mehrheit der Lehrerinnen und Lehrer sorgen sich um die psychische Gesundheit der Schülerinnen und Schüler sowie um deren Lernfortschritt. 80% der Lehrkräfte belastet die Unsicherheit der kommenden Monate. 84% der Lehrkräfte geben an, in Zeiten der Corona-Pandemie mehr zu arbeiten als vor der Pandemie. Im Durchschnitt leisten Lehrkräfte sechs Überstunden pro Woche, Schulleitungsmitglieder neun Stunden. Vor allem Lehrerinnen und Schulleitungen sind besonders von Erschöpfung betroffen.

Die befragten Lehrkräfte geben an, dass sie sich klare und einheitliche Vorgaben aus dem Kultusministerium sowie Schutzmittel und technische Geräte für die Infektionsabwehr wünschen. Des Weiteren würden sie verstärkt Fortbildungen zum Thema Distanzlernen und digitales Lernen gutheißen.

Prof. Dr. Uta Klusmann vom IPN zu den Ergebnissen der Studie: „Die Studie bestätigt, dass Lehrkräfte aktuell vor großen und komplett neuen Herausforderungen stehen, die sich in erhöhten Belastungswerten widerspiegeln. Interessant ist, dass sich die Belastung ungleich auf die verschiedenen Akteure in der Schule verteilt; während Schulleitungen von besonders viel Mehrarbeit berichten, sind es doch die Lehrkräfte die besonders hohe Burnout-Symptome aufweisen. Es wird aber auch deutlich, dass eine gute Kommunikation zwischen Lehrkräften und Schulleitung und ein enger Austausch im Kollegium wichtige Schutzfaktoren darstellen, die der Belastung entgegenwirken.“

Zur vollständigen Studie

Kontakt am IPN
Prof. Dr. Uta Klusmann
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