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Teaching Spirit auf der Nobelpreisträgertagung in Lindau

20. Juli 2017
Teaching Spirit auf der Nobelpreisträgertagung in Lindau

Lehrkräfte experimentieren am Leidenfrost-Reaktor und stellen Gold- und Silbernanopartikel her

Bereits zum vierten Mal waren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus der Abteilung Didaktik der Chemie des IPN zur Nobelpreisträgertagung in Lindau eingeladen. Auch in diesem Jahr kamen sie der Einladung nach und hielten Ende Juni 2017 gemeinsam mit Chemiedidaktikern der Ludwig-Maximilian-Universität München einen Impulsvortrag mit anschließendem Workshop. Vortrag und  Workshop standen unter dem Motto „Forschung trifft Schule“. Zwanzig hochinteressierte, begeisterte und engagierte Lehrerinnen und Lehrer aus ganz Deutschland sowie Österreich und der Schweiz konnten praxisnah zu den Themen chemische Schalter, Nanotechnologie und Silicone experimentieren.

Der Ablauf der Veranstaltung sah vor, dass nach einer kurzen fachlichen und didaktischen Einleitung diverse Schülerexperimente angeboten wurden, welche direkt an Schulen durchgeführt werden können. Da all diese Experimente auf Grundlage einer Zusammenarbeit von Lehrkräften und Forschenden aus den Fachwissenschaften sowie den Fachdidaktiken entstanden sind, konnte so eine Brücke zwischen Forschung und Schule geschlagen werden.

Die teilnehmenden Lehrkräfte hatten die Gelegenheit, in einem Leidenfrost-Reaktor Gold- und Silbernanopartikel herzustellen. Um nanodimensionale Größen erfahrbar zu machen, konnte indirekt die Schichtdicke einer Seifenblasenhaut bestimmt werden, indem diverse physikalische Parameter, wie etwa der Durchmesser und die Masse einer Seifenblase, gemessen wurden.

Die Lehrkräfte konnten Kupferoberflächen, welche ursprünglich hydrophil sind, derart modifiziert werden, dass diese anschließend superhydrophile bzw. superhydrophobe Eigenschaften zeigten. In diesem Zusammenhang konnte ebenso in Anlehnung an die Schlagzeilen „St. Pauli pinkelt zurück“ der Effekt der Wasserstrahlreflektion auf (super)hydrophoben Oberflächen nachempfunden und beobachtet werden.

Alltagsprodukte wurden mit einem integrierten molekularen Schalter, wie etwa thermochrome Badeenten, Teetassen, Stimmungsringe oder das auf UV-Licht reagierende Molekül Spiropyran, dargeboten. Darüber hinaus wurde eine breit gefächerte Stationsarbeit vorgestellt, welche für die Schülerinnen und Schüler eine gute Einführung in die Gebiete der Nanotechnologie darstellt und im nanotechnologischen Schülerlabor klick! der Kieler Forschungswerkstatt zur Vorbereitung eines Schulklassenbesuchs verwendet wird. Es wurden auch einige Experimente aus dem Wacker-Schulversuchskoffer vorgestellt.

In einer an die Experimentierphase anschließenden Diskussions- und Feedbackrunde wurden die Potenziale und Einsatzmöglichkeiten für den Schulunterricht herausgestellt. Dabei gaben viele Lehrkräfte an, die dargebotene Thematik samt den Experimenten in ihren Unterricht integrieren zu wollen.