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Methodenforschung und -entwicklung

Forschungslinie 5

Verantwortlich: Oliver Lüdtke (Sprecher), Gabriel Nagy, Aiso Heinze & Olaf Köller

Im Zuge einer stärker datengestützten Bildungsforschung und Bildungspolitik haben in den vergangenen beiden Jahrzehnten in der Forschungspraxis große, repräsentative Datenerhebungen im Schulkontext ein größeres Gewicht bekommen. Ausdruck hierfür ist beispielsweise das Programme for International Student Assessment (PISA). Dabei werden die methodischen und statistischen Herausforderungen, mit denen sich die Bildungsforschung konfrontiert sieht, zunehmend komplexer. So weisen die in den großen Schulleistungsstudien erhobenen Datensätze beispielsweise eine Mehrebenenstruktur auf, die dadurch gegeben ist, dass Schülerinnen und Schüler innerhalb von Klassen und Klassen innerhalb von Schulen geschachtelt sind. Zusätzlich werden die statistischen Auswertungen dadurch erschwert, dass nicht von allen für eine Studie ausgewählten Personen tatsächlich alle Angaben vorliegen (Missing Data), da sie entweder einzelne Items auslassen oder gar nicht erst an der Untersuchung teilnehmen.

Die Arbeiten in der Forschungslinie beziehen sich auf zwei Gebiete: Pädagogisch-psychologische Methodenforschung im engeren Sinne (Educational Measurement) sowie Testentwicklung, Testvalidierung und Bildungsmonitoring (Educational Assessment).

Derzeit werden in dieser Forschungslinie folgenden Schwerpunkte verfolgt:

  1. Pädagogisch-psychologische Methodenforschung im engeren Sinne (Educational Measurement):
    - Weiterentwicklung mehrebenenanalytischer Verfahren
    - Statistische Modellierung von Kompetenzstrukturen und -entwicklung
    - Umgang mit fehlenden Daten
    - Schätzung von kausalen Effekten

  2. Testentwicklung, Testvalidierung und Bildungsmonitoring (Educational Assessment):
    - Entwicklung und Validierung von Grundbildungstests in den Bereichen Mathematik, Naturwissenschaften und Informationstechnologie
    - Experimentelle Untersuchungen zu kognitiven Prozessen während der Testbearbeitung
    - Bildungsmonitoring

 Diese Schwerpunkte sind eng mit dem Arbeitsprogramm des Zentrums für internationale Bildungsvergleichsstudien (ZIB) abgestimmt. Dies bezieht sich sowohl auf wissenschaftliche Dienstleistungen (PISA-Berichtslegung) als auch auf Methodenforschung im engeren Sinne. Insgesamt besteht das Ziel, Empfehlungen für die Forschungspraxis zu generieren. Dabei wird auch Software (z.B. Pakete in R) entwickelt, die eine anwenderfreundliche Anwendung der Verfahren ermöglicht.