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DoLiS

Development of Learning in Science

Cognition, beliefs, interest, and motivation in chemistry secondary education – A comparison between school years 5 to 11 in Sweden and Germany

Schulische Lernziele sind multivariat definiert: Schülerinnen und Schüler sollen grundlegende Konzepte und Methoden der unterschiedlichen Fächer lernen, Interessen entwickeln, motiviert werden, sich später selbstreguliert weiter zu bilden und an gesellschaftlichen Diskussionen teilzuhaben sowie Einblicke gewinnen in berufliche Perspektiven für ihr zukünftiges Leben. Wie verschiedene Studien zeigen, kann die schulische Ausbildung dies jedoch nicht immer erfüllen – insbesondere mit Blick auf die Naturwissenschaften. Obwohl gerade das Unterrichtsfach Chemie eine Domäne mit hoher Alltagsrelevanz, sehr guten Karrierechancen und großem Umfang an interessanten Unterrichtsaktivitäten wie Experimentieren und Beobachten überraschender naturwissenschaftlicher Phänomene darstellt, weisen bisherige Studien darauf hin, dass das Fach als wenig wertvoll und relevant wahrgenommen wird. Auch wurden wiederholt Schwierigkeiten von Schülerinnen und Schülern im Verständnis und bei der Anwendung grundlegender chemischer Konzepte in Untersuchungen dargelegt.

Unter Berücksichtigung dieser Erkenntnisse ist insbesondere ein Ländervergleich zwischen Schweden und Deutschland interessant. Wie u.a. neueste Ergebnisse internationaler Vergleichsstudien wie PISA 2012 zeigen, ist der Trend in Schweden mit Blick auf die verschiedenen Lernergebnisse wie konzeptuelles Verständnis, Interesse etc. im naturwissenschaftlichen Unterricht eher negativ. Im Vergleich dazu ist festzustellen, dass Schülerinnen und Schüler in Deutschland seit einiger Zeit zunehmendes Interesse daran zeigen naturwissenschaftliche Studienfächer wie Chemie zu belegen. Im direkten Vergleich ist festzustellen, dass die Wahrscheinlichkeit, dass deutsche Schülerinnen und Schüler in den Jahren 2000 bis 2009 ein Chemiestudium anfingen im Schnitt sieben Mal höher liegt als in Schweden (1.45 vs. 0.21 %).

Vor diesem Hintergrund zielt die Studie darauf ab, unterrichtsbezogene sowie strukturelle Unterschiede zwischen beiden Schulsystemen zu vergleichen. Hierfür sollen Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 5 bis 11 in beiden Ländern hinsichtlich ihrer kognitiven, metakognitiven und motivationalen Entwicklung in einer Querschnitts- als auch Längsschnittserhebung untersucht werden. Kern der Studie sind zum einen eine quantitative Querschnittserhebung über die Jahrgangsstufen 5 bis 11 in beiden Ländern sowie darauf aufbauend eine quantitative - und begleitend qualitative – längsschnittliche Erhebung über einen Zeitraum von drei Jahren in Schweden und Deutschland geplant. In der Längsschnittstudie sollen Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 5 bis 7 sowie 9 bis 11 verfolgt werden, um Entwicklungen während der Sekundarstufe 1 als auch in der Sekundarstufe 2 aufzuzeigen. Zusätzlich zu der quantitativen Erhebung über die Jahre werden qualitative Daten (Videoaufzeichnungen sowie Interviews mit Lehrkräften) erhoben, um einen tieferen Einblick in Lern- und Unterrichtsprozesse in beiden Ländern zu bekommen.

Die Ergebnisse sollen letztendlich u.a. genutzt werden, um zusammen mit den Lehrkräften Strategien und Materialien zu erarbeiten wie der naturwissenschaftliche Unterricht so aufgebaut werden kann, damit er den multivariaten Lernzielen gerechter wird.

Gefördert durch die Schwedische Forschungsgemeinschaft   

 

Veröffentlichungen:

Projektskizze in den IPN-Blättern

Projektmitarbeiterinnen und -mitarbeiter:

Dr. Sascha Bernholt (IPN, Didaktik der Chemie)

Janet Blankenburg (IPN, Didaktik der Chemie)

Christine Köhler (IPN, Didaktik der Chemie)

Prof. Dr. Ilka Parchmann (IPN, Didaktik der Chemie)

Dr. Andrea Bernholt (IPN, Erziehungswissenschaften)



schwedische Kooperationspartner:

Dr. Mikael Winberg (Department of Science and Mathematics Education, Umeå University)

Dr. Madelen Bodin (Department of Science and Mathematics Education, Umeå University)

Dr. Karolina Broman (Department of Science and Mathematics Education, Umeå University)

Maria Lindfors (Department of Science and Mathematics Education, Umeå University)

Anders Hofverberg (Department of Science and Mathematics Education, Umeå University)