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IBOint

Forschung zur Internationalen BiologieOlympiade

 

Der Wettbewerb

Vermehrt junge Menschen mit naturwissenschaftliche Interesse zu identifizieren, zu fördern und für eine Karriere in den MINT-Bereichen zu gewinnen ist aus gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Gründen relevant.

Die International Biologie Olympiade (IBO) ist einer der großen naturwissenschaftlichen Schülerwettbewerbe auf internationaler Ebene. Sie wurde im Laufe ihrer 30jährigen Geschichte zu einem zentralen außerschulischen Lernort, wobei Ziel der IBO ist, das Interesse junger Talente in einer freundschaftlichen, von kulturellem Austausch geprägten, aber auch kompetitiven Umgebung weiter zu entfachen und den Schüler*innen leistungsadequate Herausforderungen zu bieten, die in diesem Umfang an Regelschulen nicht möglich sind. Die IBO ist ein jährlich in wechselnden Ländern stattfindender Wettkampf für Schüler*innen der Sekundarstufe, wobei die Teilnehmenden in sowohl praktischen wie auch theoretischen Examina gegeneinander antreten. Die IBO ist als gemeinnütziger Verein in Deutschland registriert und hat über 70 aktive Mitglieder, die jährlich ihre besten vier Schüler*innen aus nationalen Auswahlwettbewerben zur IBO entsenden.

Kooperative Forschung und Ziele

Das Projekt IBOint am IPN koordiniert Forschungsprojekte zu verschiedenen Aspekten der IBO und führt diese in Kooperation mit internationalen Institutionen durch.

Die Forschung zur IBO hat als langfristiges Ziel, die Wirkungsweisen dieses Schülerwettbewerbs hinsichtlich seiner verschiedenen Ebenen zu untersuchen. Diese reichen von den Wettbewerbsaufgaben, über die Teilnehmenden, deren Mentoren bis hin zu organisatorischen Strukturen der IBO. Die Ergebnisse dieser Forschung sollen auch mögliche Beiträge von Schülerwettbewerben zur naturwissenschaftlichen Bildung einerseits und zur Hochleistendenförderung andererseits beleuchten. Die Forschungsergebnisse werden in enger Verbindung mit der IBO-Community diskutiert, sodass eine rückwirkende Effekte auf die Entwicklung des Schülerwettbewerbs (z.B. bzgl. dessen Assessmentstrategie) möglich werden.

Aktuelle Studien

Erste Studien im Rahmen der IBO wurden bereits durchgeführt. In einer qualitativen Inhaltsanalyse wurden die theoretischen und praktischen Aufgaben der IBO charakterisiert um herauszufinden, was Aufgaben von Höchstleistendenwettbewerben kennzeichnet. Hierzu wurden die Aufgaben und deren Veränderung über die Entwicklungsspanne der IBO anhand eines breiten Kategoriensystems untersucht. Dieses adressiert strukturelle (z.B. Aufgabenlänge, Antworttyp), inhaltliche (z.B. Basiskonzepte, naturwissenschaftliche Denk- und Arbeitsweisen) und kognitive Merkmale (z.B. Wissenstypen oder Problemlösekompetenzen) der Aufgaben, sowie Aspekte der verwendeten Darstellungsformen. Die Ergebnisse zeigen beispielsweise, dass es bzgl. der Basiskonzepte eine auffällig gute Passung zwischen den Inhalten der IBO-Aufgaben und den Schulcurricula für die Oberstufe gibt, während es z.B. hinsichtlich der Art wie Grafiken eingesetzt werden und der angewandten naturwissenschaftlichen Arbeitsweisen deutliche Unterschiede zwischen schulischen Vorgaben und der umgesetzten Aufgaben bei der IBO gibt. In weiteren Analysen können die zugeordneten Aufgabenmerkmale zum Beispiel genutzt werden, um prädiktive Faktoren für Aufgabenschwierigkeiten zu identifizieren.

Auf Ebene der Teilnehmenden wird aktuell in einer längsschnittlichen Fragebogenstudie untersucht, welchen Einfluss die Teilnahme an der IBO auf die Persönlichkeitsmerkmale, sowie affektiv-motivationale Variablen der Teilnehmenden hat.

 

Website der IBO: http://www.ibo-info.org/

 

Bildquellen:
http://www.ibo-info.org/photo-video/photos/ibo-2015-photos
https://www.flickr.com/photos/ibo2015/with/19700208805/