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MHC-C

Das Modell hierarchischer Komplexität in der Chemie

Sascha Bernholt, Ilka Parchmann


Nach der Einführung der Nationalen Bildungsstandards als normative Zielvorgaben durch die KMK soll die Entwicklung von Kompetenzmodellen die Verbindung von konkreten Aufgabenstellungen (und somit von erbrachten Schülerleistungen) und den intendierten Zielen herstellen. Neben der empirischen Absicherung der Modellstrukturen sind jedoch auch unterrichtspraktische Notwendigkeiten zu berücksichtigen. Dies beinhaltet insbesondere die Anschlussfähigkeit des Kompetenzmodells für Unterrichtsgestaltung und Individualdiagnostik, um ein kohärentes (und damit implementierbares) Referenzsystem für Kompetenzdiagnostik und -förderung gestalten zu können.

Auf Basis verschiedener Vorarbeiten wurde als Synthese des aktuellen Stands der Forschung versucht, ein möglichst schlankes Modell zu entwickeln, das sowohl für die Wissenschaft als auch für die Unterrichtspraxis nutzbar ist und dennoch ein hohes Maß an Aufklärung bzw. Vorhersagbarkeit für eine systematische Kompetenzentwicklung bietet.

Modellstufen zur Beschreibung hierarchischer Komplexität im Kompetenzbereich Fachwissen

Hier konnte in ersten Studien für verschiedene durchgängige Themen des Chemieunterrichts (Verbrennung, Redoxreaktionen, Säure-Base-Reaktionen) eine erfolgreiche Nutzbarkeit des Modells im Bereich Fachwissen nachgewiesen werden, was zu einer ersten Übertragung des Modells auf die Kompetenzbereiche Bewerten und Kommunikation (Schwerpunkt Fachsprache) führte (vgl. Bernholt, Parchmann & Commons, 2009).

Darauf aufbauend sollen die begonnenen Arbeiten zur Modellvalidierung für alle Kompetenzbereiche fortgeführt, inhaltlich verbreitert und fachübergreifend erweitert werden. Dazu gehört die Entwicklung von themen- und kompetenzbereichsübergreifenden Tests, um sowohl den Einfluss unterschiedlicher Inhalte aber auch von Kontexten, Basiskonzepten und unterschiedlichen Mathematisierungsgraden weiter untersuchen zu können.

Literatur:
Bernholt, S., Parchmann, I. & Commons, M. L. (2009). Kompetenzmodellierung zwischen Forschung und Unterrichtspraxis. Zeitschrift für Didaktik der Naturwissenschaften, 15, 217 - 243.
Bernholt, S., Walpuski, M., Sum?eth, E. & Parchmann, I. (2009). Kompetenzentwicklung im Chemieunterricht. Mit welchen Modellen lassen sich Kompetenzen und Aufgabendifferenzieren? Naturwissenschaft im Unterricht - Chemie, 20(111/112), 78-85.
Bernholt, S. & Parchmann, I. (2009). Die Untersuchung und Entwicklung von Kompetenz in der Chemie. In D. Höttecke (Hrsg.), Chemie- und Physikdidaktik für die Lehramtsausbildung. Gesellschaft für Didaktik der Chemie und Physik. Jahrestagung in Schwäbisch Gmünd 2008 (pp. 134 - 136). Münster: LIT Verlag.
Bernholt, S. & Parchmann, I. (2008). Lösungsstrategien bei der Bearbeitung von Aufgaben. In D. Höttecke, Kompetenzen, Kompetenzmodelle, Kompetenzentwicklung. Gesellschaft für Didaktik der Chemie und Physik. Jahrestagung in Essen 2007 (pp.215 - 217). Münster: LIT Verlag.