Sie sind hier: Startseite / Forschung / Projekte / NaTexI

NaTexI

Naturwissenschaftsbezogenes Textverständnis als Interaktion von Personen- und Textmerkmalen

Textverständnis ist eine wesentliche Variable für akademischen Erfolg im Allgemeinen, aber auch speziell für das Lernen in den Naturwissenschaften. Dabei stellt sich unter anderem die Frage, inwieweit allgemeines Textverständnis für das Verstehen von Fachtexten ausreicht und ob sich Textverständnis eventuell sogar domänenspezifisch unterscheidet.

Textverständnis wird allgemein als Produkt einer Wechselwirkung zwischen Personenmerkmalen der Leserin bzw. des Lesers und Textmerkmalen beschrieben. Es findet sich Evidenz für die Bedeutung des Vorwissen, des schlussfolgernden Denkens und des Wortschatzes als fachspezifischer Teil der Personenmerkmale. Gleichzeitig existieren Belege für den Einfluss bestimmter Textmerkmale, zum Beispiel der lokalen Kohärenz und der globalen Kohärenz. Teil der lokalen Kohärenz ist beispielsweise die Verwendung von Termini und Konnektiva; die globale Kohärenz wird unter anderem durch Zwischenüberschriften oder explizite Bezugnahmen beeinflusst. Für eine Wechselwirkung zwischen Merkmalen auf der Textebene, wie lokale und globale Kohärenz, und den Personenmerkmalen finden sich, allerdings ohne einen Bezug zu möglichen fachlichen Spezifika ebenfalls erste Indizien. In vorliegenden Studien werden dabei entweder Textmerkmale unsystematisch bei der Gestaltung der Instrumente verwendet oder aber Personenmerkmale nicht weiter ausdifferenziert.

Bislang existieren kaum empirische Untersuchungen bei Schülerinnen und Schülern in der Sekundarstufe I dazu, inwieweit das Verstehen von Texten mit bestimmten fachspezifischen Textmerkmalen alleine durch fachspezifisches Vorwissen und allgemeine Lesefähigkeiten, Lesestrategien sowie den Wortschatz erklärt werden kann. Auch wurden kaum Interaktionen zwischen Gestaltungsmerkmalen von Fachtexten und Personenmerkmalen systematisch empirisch untersucht. Das vorrangige Ziel des Projekts ist daher eine Klärung der Interaktion zwischen Personen- und Textmerkmalen beim Textverständnis naturwissenschaftlicher Texte in den Fächern Physik und Chemie der Sekundarstufe I. Besonders berücksichtigt werden dabei ein allgemeines Textverständnis als globales Maß, Lesestrategiewissen, fachspezifisches Vorwissen, und der Wortschatz auf der Personenseite sowie die lokale und globale Kohärenz auf der Textseite.

 

Kontakt am IPN:

Hendrik Härtig

Jan Retelsdorf

Sascha Bernholt