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SE-MIG

Selbstwirksamkeit von Schülerinnen und Schülern mit und ohne Migrationshintergrund: Differenzielle Erwerbsformen, diagnostische Fähigkeiten der Lehrkräfte und Bedeutung für die Leistungsentwicklung

Im Fokus der Studie steht das Konstrukt der Selbstwirksamkeitsüberzeugung, welches als individuelles, aber durch soziale und institutionelle Faktoren beeinflussbares Schülermerkmal von erheblicher Bedeutung für die Verbesserung des Kompetenzerwerbs und der Bildungsteilhabe von Kindern mit Migrationshintergrund ist (Bandura, 1986). Zentrales Ziel des Vorhabens ist die Aufklärung von Mechanismen, die zu einer Verbesserung der Bildungschancen, speziell für Kinder mit Migrationshintergrund, beitragen. Mit der Selbstwirksamkeitsüberzeugung steht dabei ein wesentliches Merkmal von Bildungs- und Lernprozessen im Fokus. Selbstwirksamkeitsüberzeugung bezeichnet die subjektive Gewissheit über eigene Kompetenzen und Fähigkeiten bezogen auf die erfolgreiche Umsetzung und Bewältigung neuer oder schwieriger Aufgaben. Leistungs- und Bildungserfolg werden zu einem bedeutenden Teil durch die fachspezifische Selbstwirksamkeitsüberzeugung vorhergesagt (z.B. Mittag, Kleine & Jerusalem, 2002; Pajares & Urdan, 2006).

Im Rahmen dieses Vorhabens werden Schülerinnen und Schüler mit und ohne Migrationshintergrund an den Bildungsgängen Hauptschule und Gymnasium anhand eines Mehrebenen-Vergleichsgruppendesigns mit zunächst zwei Messzeitpunkten untersucht. Das Projekt wird in zwei Teilprojekte differenziert am IPN sowie am Institut für Schulentwicklungsforschung an der Technischen Universität Dortmund (IFS) durchgeführt. Schwerpunkt der Arbeiten am IPN ist die Erfassung der diagnostischen Kompetenz der Lehrkräfte in Bezug auf die Selbstwirksamkeitsüberzeugungen ihrer Schülerinnen und Schüler. Die Ergebnisse sollen darüber Aufschluss geben, inwieweit Lehrende motivationale Schülermerkmale wie die Selbstwirksamkeitsüberzeugung adäquat beurteilen können und welche Bedeutung die Akkuratheit der Einschätzung für die Unterrichtsgestaltung und die Veränderung von Selbstwirksamkeitsüberzeugung und Leistung der Schülerinnen und Schüler hat. Zentrales Anliegen des Teilprojekts am Standort Dortmund ist die differenzielle Untersuchung der Erwerbsformen von Selbstwirksamkeitsüberzeugung mit dem Ziel, Kombinationsgefüge der Erwerbsformen sowie Unterschiede in der Ausprägung der Selbstwirksamkeitsüberzeugung bei den in den Fokus genommenen Gruppen festzustellen. Weiterer Schwerpunkt ist die Überprüfung einer möglicherweise differenziellen prädiktiven Bedeutung von Selbstwirksamkeitsüberzeugung für die Leistungs- und Motivationsentwicklung von Kindern mit und ohne Migrationshintergrund.


Kontakt:
Prof. Dr. Olaf Köller
Christian Schöber

Kooperationspartner (IFS, TU Dortmund):
Prof. Dr. Nele McElvany
Prof. Dr. Wilfried Bos