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SEKO

Berufsbezogene Selbstregulation als ein generischer Aspekt professioneller Kompetenz von Lehrkräften: Entwicklung und Veränderbarkeit im Studium sowie prädiktive Validität

Gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung

Prof. Dr. Uta Klusmann, Dipl. Psych. Janina Roloff Henoch

Kooperationspartner: Prof. Dr. Ulrich Trautwein (Universität Tübingen), Prof. Dr. Oliver Lüdtke (Humboldt-Universität zu Berlin)

Hintergrund

Die Gewinnung und Ausbildung geeigneter und kompetenter Lehrkräfte ist ein Thema von großer öffentlicher Bedeutung. Im wissenschaftlichen Diskurs beschreibt das Konzept der professionellen Kompetenz von Lehrkräften das Wissen und Können, welches die Lehrkraft benötigt, um ihren beruflichen Aufgaben erfolgreich nachzugehen (Baumert & Kunter, 2006). Zum derzeitigen Zeitpunkt herrscht weitgehend Übereinstimmung darin, dass neben fachlichen, fachdidaktischen und pädagogisch-psychologischen Aspekten der Kompetenz auch generische, d.h. personale Aspekte eine erfolgreiche Lehrkraft kennzeichnen. Die berufliche Selbstregulation, welche die Fähigkeit der Lehrkraft beschreibt adaptiv mit den eigenen Ressourcen haushalten zu können, zeigte sich in bisherigen empirischen Arbeiten als wichtige Voraussetzung für die Qualität des Unterrichts, die Motivation der Schüler und das berufliche Wohlbefinden der Lehrer (Klusmann et al., 2008). Bislang ungeklärt ist allerdings inwiefern es sich hierbei eher um eine stabiles Persönlichkeitsmerkmal oder um eine tatsächlich veränderbare generische Kompetenz handelt. Die Untersuchung individueller Entwicklungsverläufe der Selbstregulation und deren persönlicher und institutioneller Bedingungen ist Ziel des geplanten Projekts. Zur Untersuchung der Forschungsfragen soll das geplante Projekt an eine aktuelle Mehrkohorten-Längsschnittstudie anschließen, die zwei repräsentative Abiturientenstichprobe durch das Hochschulstudium bis in den Beruf hinein begleitet (Köller et al., 2004). Von den jeweils etwa 300 Lehramtsstudierenden liegen bereits Daten zur selbstregulativen Fähigkeiten, kognitiven und psychosozialen Merkmalen, Studienbedingungen und Studienerfolg über einen Zeitraum von acht bzw. vier Jahren vor. Zur Untersuchung der prädiktiven Validität der selbstregulativen Fähigkeiten soll im aktuellen Projekt eine Nacherhebung zum beruflichen Erfolg der mittlerweile im Beruf stehenden Lehrkräfte erfolgen. Empirisch gesichertes Wissen über die Veränderbarkeit und die Entwicklungsbedingungen generischer Kompetenzen von Lehrkräften, stellt eine wichtige Basis für bildungspolitische Entscheidungen zur Eignungsdebatte und die Ausbildungsinhalte in Hochschule und Studienseminaren dar.

Anlage der Untersuchung

Das Projekt schließt an die Studie "Transformation des Sekundarschulsystems und akademische Karrieren" (TOSCA) an, welche die Entwicklung einer repräsentativen Abiturientenstichprobe über die Ausbildung bis in den Beruf in zwei Kohorten begleitet (Köller et al., 2004; Trautwein et al., 2007, 2010). Es liegen längsschnittliche Angaben zur beruflichen Selbstregulation aller Teilnehmer zu drei Messzeitpunkten vor (erfasst mittels AVEM, vgl. Schaarschmidt & Fischer, 1997).
Geplant ist die Nacherhebung aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die ein Lehramt studiert haben und aktuell in den ersten Jahren ihres Berufs stehen. In der Nacherhebung sollen Angaben zur aktuellen beruflichen Situation, dem beruflichen Wohlbefinden und dem beruflichen Erfolg mittels Selbst- und Fremdbeurteilung erfasst werden.

Förderung

Gefördert wird das Projekt im Rahmen des Forschungsprogramms "Kompetenzmodellierung und Kompetenzerfassung im Hochschulsektor" durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Im Forschungsprogramm des BMBF werden 23 Forschungsprojekte aus einer Vielzahl bedeutsamer Fachbereiche zusammen geführt, um sich gemeinsam den Anforderungen an eine Kompetenzerfassung im Hochschulbereich zu stellen.