Sie sind hier: Startseite / Publikationen / Bücher / Kompetenzmodellierung in der Chemie - Theoretische und empirische Reflexion am Beispiel des Modells hierarchischer Komplexität
Kompetenzmodellierung in der Chemie - Theoretische und empirische Reflexion am Beispiel des Modells hierarchischer Komplexität
Sascha Bernholt

Kompetenzmodellierung in der Chemie - Theoretische und empirische Reflexion am Beispiel des Modells hierarchischer Komplexität

Reihe: Studien zum Physik- und Chemielernen, Bd. 98

Mit der Einführung von Bildungsstandards und der damit einhergehenden Absicht einer Umstellung des Bildungssystems auf eine Outcome-Orientierung stellen sich drei zentrale Probleme: Die inhaltliche Konkretisierung der Vorgaben zur Setzung allgemein akzeptierter Standards, die Entwicklung geeigneter Methoden und Prüfverfahren, die diese Ziele adäquat reflektieren, sowie die Etablierung der einzusetzenden Prüfverfahren in die pädagogische Praxis. Neben der Setzung von Bildungsstandards als normative Zielvorgaben durch die KMK wird in der Entwicklung von Kompetenzmodellen und darauf aufbauenden Testsystemen der zentrale Schritt zur Beantwortung dieser Fragen gesehen.

Ausgehend von den normativen Zielen der Bildungsdebatte, der Diskussion um Scientific Literacy und der Grundauffassung des Kompetenzkonstrukts wird im Rahmen dieser Arbeit eine Verknüpfung zwischen der Zielperspektive und der Beschreibung von Schülerleistungen angestrebt. Des Weiteren wird die Darstellung und Reflexion der Beurteilungspraxis im Unterricht und der unterschiedlichen Ansätze der Forschung im Rahmen von Kompetenzmodellen zur Aufdeckung von Ansprüchen und Desiderata empirischer Untersuchungen genutzt. Beide Bereiche werden zusammengeführt und dienen als Basis für die Entwicklung eines Kompetenzmodells für den Chemieunterricht.

Mit einer Kombination qualitativer und quantitativer Forschungsmethoden wird durch zwei empirische Studien die Nutzung von Komplexitätsniveaus zur Beschreibung des Anforderungsniveaus von Aufgabenstellungen untersucht. Dabei wird eine Verknüpfung testtheoretischer und unterrichtspraktischer Beurteilungskriterien angestrebt um eine Brücke zwischen den spezifischen Anforderungen der Forschung und der Schulpraxis zu schlagen.