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Zum Aufbau von Basiskonzepten durch Unterricht nach Chemie im Kontext
Maike Martensen

Zum Aufbau von Basiskonzepten durch Unterricht nach Chemie im Kontext

Empirische Untersuchungen am Beispiel des Donator-Akzeptor-Konzepts

Seit 2002 werden die Forschungsprojekte zur Implementation und Disseminierung innovativer Unterrichtskonzepte am Beispiel von Chemie im Kontext durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) bundesweit gefördert. Wissenschaftler der Universitäten Oldenburg, Dortmund, Wuppertal und des Leibniz-Instituts für die Pädagogik der Naturwissenschaften (IPN), Lehrkräfte und Personen aus der Bildungsadministration aus inzwischen 14 Bundesländern arbeiten gemeinsam in Lerngemeinschaften (CHiK-Sets). Im Rahmen der symbiotischen Implementationsstrategie unterstützten diese Lerngemeinschaften die Implementation der Konzeptionsinhalte.

Die fachdidaktische Begleitforschung hat neben einer Vielzahl von weiteren Ergebnissen ein Defizit bei der Implementation und Umsetzung der Basiskonzepte - eines Grundelements der Unterrichtskonzeption - aufgedeckt. Die Basiskonzepte wurden in der Setarbeit und im Unterricht vernachlässigt. Da aber auch gezeigt werden konnte, dass sich die Kooperationsarbeit von Lehrkräften in den Lerngemeinschaften (Kokonstruktion) als sehr förderlich auf die Auseinandersetzung und Implementation der anderen beiden Grundelemente (Kontextorientierung und Methodenvielfalt) der Unterrichtskonzeption ausgewirkt hat, war es ein Ziel dieser Arbeit, in einer quasi-experimentellen Feldstudie mit zehn Chemiegrundkursen bzw. -leistungskursen zu untersuchen, ob der Aufbau eines Basiskonzeptverständnisses durch Unterricht nach Chemie im Kontext geleistet werden kann und inwiefern die gezielte Kooperation von Lehrkräften die Umsetzung der Basiskonzepte im Unterricht fördert und damit den Basiskonzeptaufbau bei den Schülerinnen und Schülern verbessern kann. Da bei Lernprozessen oft unbeabsichtigt auch Fehlkonzepte entwickelt werden, wurde in Ergänzung zur Erhebung des Konzeptverständnisses bei den Schülerinnen und Schülern untersucht, ob und inwiefern ein CHiK-Unterricht zu einer Veränderung von Fehlkonzepten beitragen kann. Zudem wurden in einer explorativen qualitativen Untersuchung weitere Faktoren des Chemieunterrichts identifiziert, die den Basiskonzeptaufbau bei den Schülerinnen und Schülern fördern bzw. hemmen.

Zur Wissensdiagnose am Beispiel des Donator-Akzeptor-Konzepts wurde ein computerbasiertes korrespondenzanalytisches Concept-Mapping-Verfahren angewendet. Als Grundlage für diese Untersuchung wurde zunächst ein Expertennetz zum Donator-Akzeptor-Konzept entwickelt. Um Zusammenhänge zwischen den Schülerleistungen und bestimmten Unterrichtsmerkmalen ermitteln zu können, wurden weitere Testinstrumente zur Unterrichtsdokumentation und zu Lernermerkmalen eingesetzt.