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Der Verlauf von lehrbezogenen Selbstwirksamkeitserwartungen angehender MINT-Lehrkräfte im Studium
R. Weß, B. Priemer, B. Weusmann, T. Ludwig, S. Sorge, I. Neumann

Der Verlauf von lehrbezogenen Selbstwirksamkeitserwartungen angehender MINT-Lehrkräfte im Studium

Zeitschrift für Pädagogische Psychologie. https://doi.org/10.1024/1010-0652/a000272

Selbstwirksamkeitserwartungen (SWE) gelten als zentrale Komponente der Motivation von Lehrkräften und sind ein wichtiger Aspekt in der Entwicklung einer professionellen Kompetenz. Bisherige Studien zeigen aufgrund verschiedener Zielgruppen, unterschiedlicher Domänen und variierender SWE-Konstrukte divergente Befunde bzgl. der Entwicklung von lehrbezogenen SWE im Verlauf des Studiums sowie bzgl. des Einflusses von Praxisphasen. Um zu differenzierten Aussagen zu kommen, wurden zwei Erhebungen durchgeführt, die 1. ausschließlich Studentinnen und Studenten eines Lehramts rekrutierten, 2. mit MINT-Fächern die Domänen eingrenzten und 3. auf lehrbezogene SWE hinsichtlich Planung, Durchführung und Reflexion von Lernsequenzen fokussierten. In einem Querschnitt mit N = 1165 Testpersonen von sechs Hochschulen konnten wir zeigen, dass sich die lehrbezogenen SWE als recht stabil im Verlauf des Studiums erweisen und dass Praxiselemente einen geringen Einfluss haben. Ein realer Längsschnitt mit einer Teilstichprobe von N = 47 Testpersonen zeigte jedoch positive signifikante Effekte der SWE bzgl. Planung, Durchführung und Reflexion von Lehr-Lern-Situationen in einer Prä-Post-Erhebung vor bzw. nach einem Seminar mit Praxisphasen. Dabei scheinen sich Praxiselemente – wenn sie von den Studentinnen und Studenten mit konkreten Situationen in Verbindung gebracht werden und durch ein konstruktives Feedback begleitet sind – positiv auf die SWE auszuwirken. Beziehen sich die SWE eher auf abstrakte und nicht unmittelbar mit einer Situation verbundene Erfahrungen, bleiben diese offenbar konstant.