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Die Bedeutung der Studierfähigkeit für den Studienerfolg im 1. Semester in Physik
Sorge, S., Petersen, S., Neumann, K.

Die Bedeutung der Studierfähigkeit für den Studienerfolg im 1. Semester in Physik

Zeitschrift für Didaktik der Naturwissenschaften. 10.1007/s40573-016-0048-x

Das Physikstudium ist in Deutschland durch überdurchschnittlich hohe Abbruchquoten gekennzeichnet. Unklar ist jedoch, welche Faktoren ein erfolgreiches Physikstudium bedingen. Ausgehend von theoretischen Überlegungen und empirischen Befunden zum Einfluss der kognitiven und fachlichen Dimension der Studierfähigkeit auf den Studienerfolg wurden im Rahmen der hier vorgestellten Studie N = 158 Erstsemesterstudierende an einer norddeutschen Universität befragt. Mit Hilfe einer logistischen Regression wurde der Einfluss der kognitiven und fachlichen Prädiktoren auf die Wahrscheinlichkeit des Bestehens der Abschlussklausur analysiert. Dabei konnte festgestellt werden, dass durch die Gesamtnote im Abitur und die letzte Physiknote das Bestehen von 87 % der Probanden korrekt prognostiziert wird. Die Leistung im Vorwissenstest trägt zunächst nicht zur Verbesserung der Prognose bei. Betrachtet man jedoch die Note in der Abschlussklausur der erfolgreichen Probanden mit einer multiplen linearen Regression, so wird die Leistung im Vorwissenstest als einziger Prädiktor signifikant. Unterschiede im Vorwissen können somit zu einem gewissen Teil im Laufe eines Semesters kompensiert werden. Zur optimalen Förderung aller Studierenden ist es daher nötig, vorhandene Unterstützungsmaßnahmen wie Tutorien oder Vorbereitungskurse über fachspezifische Unterstützungsmaßnahmen hinaus auszubauen.