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MaLeMINT-Implementation

Konkretisierung der mathematischen Lernvoraussetzungen der MaLeMINT-Studie durch Aufgaben

AusgangslageMaLeMINT-Implementation_Logo1

In vielen Studiengängen verzeichnen Hochschulen in Deutschland seit Jahren konstant hohe Studienabbruchquoten. Besonders in den ersten Semestern brechen viele Studierende ab oder wechseln das Studienfach. Häufig stellen die mathematischen Vorkenntnisse eine zentrale Schwierigkeit für Studierende dar.

Vor dem Hintergrund dieser Ausgangslage wurden im Rahmen der umfangreichen Delphi-Studie "Mathematische Lernvoraussetzungen für MINT-Studiengänge (MaLeMINT)" fast 1.000 Hochschullehrende dazu befragt, welche mathematischen Lernvoraussetzungen aus ihrer Sicht für ein MINT-Studium notwendig sind. Ergebnis dieser groß angelegten Studie ist ein Katalog von mathematischen Lernvoraussetzungen, die von den Studienanfängerinnen und -anfängern der MINT-Fächer mitgebracht werden sollten.

Für Studieninteressierte ist es wünschenswert neben dem Katalog an Lernvoraussetzungen auch auf Aufgaben zurückgreifen zu können, welche diese Lernvoraussetzungen in Form von Anforderungen konkretisieren. Dies kann einerseits helfen, die Erwartungen, die an Studienanfängerinnen und Studienanfänger im MINT-Bereich gestellt werden, noch transparenter zu gestalten. Andererseits können Studieninteressierte die Aufgaben im Sinne eines Selbsttestes zur Orientierung vor Studienbeginn nutzen. Zusammen mit dem Ministerium für Bildung, Kultur und Wissenschaft des Landes Schleswig-Holstein (MBWK) und dem Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein (IQSH) arbeitet die Abteilung Didaktik der Mathematik des IPN – Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik in Kiel daher an der Erstellung eines entsprechenden Aufgabenkataloges.

Zielsetzung

Ziel des Projektes ist zum einen die Konkretisierung der mathematischen Lernvoraussetzungen der MaLeMINT-Studie durch Aufgaben. Durch den Prozess der Aufgabenentwicklung soll zum anderen ein Verständigungsprozess zwischen Schulen und Hochschulen in Schleswig-Holstein zu der folgenden Frage initiiert werden: Welche mathematischen Kompetenzen können in Schleswig-Holstein an den weiterführenden Schulen vermittelt und an den Hochschulen zu Beginn eines MINT-Studiums vorausgesetzt werden?

Vorgehen

Um die Lernvoraussetzungen für ein MINT-Studium gleichermaßen von allen Institutionen, die am Übergang Schule-Hochschule beteiligt sind, konkretisieren zu können, wurde im November 2018 eine Arbeitstagung mit Hochschullehrenden aller staatlichen Hochschulen in Schleswig-Holstein, Mathematiklehrkräften sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des MBWK, des IQSH und des IPN ausgerichtet. Die Beteiligten trafen sich erstmals gemeinsam, um die Frage der mathematischen Lernvoraussetzungen für das MINT-Studium im Detail zu bearbeiten. Auf der Arbeitstagung entstand die erste Version eines konkreten Aufgabenkataloges zu den MaLeMINT-Lernvoraussetzungen, welcher im Rahmen mehrerer Überarbeitungsschleifen und einer zweiten Tagung im November 2019 weiterentwickelt wurde und wird. Zudem wird vom IPN begleitend eine Studie durchgeführt, welche die Prädiktivität des Aufgabenkataloges für den Studienerfolg im ersten Semester untersucht.

Ausblick

Durch die gemeinsame Beteiligung von Schule und Hochschule am Entwicklungsprozess des Aufgabenkataloges ist es möglich, den Übergang zwischen den Bildungsinstitutionen im Bundesland Schleswig-Holstein aus zwei Richtungen zu adressieren. Nach der Publikation des Aufgabenkataloges können Hochschulen diesen beispielsweise in Vor- und Brückenkursen oder im Bereich der Studienberatung einbinden, während Schulen interessierten Schülerinnen und Schülern gezielt auf den Aufgabenkatalog hinweisen oder diesen in Mathe-AGs vorstellen können. Erwartungen an Studieninteressierte werden auf diese Weise von beiden Bildungsinstitutionen konsistent kommuniziert, was es Abiturientinnen und Abiturienten ermöglicht, sich vor Studienbeginn an einer Hochschule in Schleswig-Holstein gezielt zu informieren.

Personen

Aiso Heinze, IPN Kiel, Abteilung Didaktik der Mathematik
Irene Neumann, IPN Kiel, Abteilung Didaktik der Physik/Didaktik der Mathematik
Tobias Rolfes, IPN Kiel, Abteilung Didaktik der Mathematik
Mareike Schumacher
Birke-Johanna Weber, IPN Kiel, Abteilung Didaktik der Mathematik || CAU Kiel, Mathematischen Seminar

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