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Nachwuchsforscher vom Schülerforschungszentrum Nordfriesland im Wettbewerb weit vorn

22. März 2019

Nachwuchsforscher vom Schülerforschungszentrum Nordfriesland vertreten das Netzwerk Schülerforschungszentren S-H beim Bundeswettbewerb Jugend forscht

Am Donnerstag, 22. März 2019, fand in Kiel der schleswig-holsteinische Landeswettbewerb Jugend forscht statt. Unter den insgesamt 21 Teilnehmenden waren auch neun Schüler aus den Stützpunktschulen und Standorten des vom IPN koordinierten Netzwerks Schülerforschungszentren Schleswig-Holstein. Mit ihren insgesamt vier Projekten stellten sie sich erfolgreich der Konkurrenz und der Jury. Durchsetzen konnten sich am Ende drei Projektgruppen von Stützpunktschulen des Schülerforschungszentrums Nordfriesland. Sie fahren vom 16. bis 19. Mai zum Bundeswettbewerb in Chemnitz.

Landessieger im Fachgebiet Arbeitswelt wurden Marcel Pflaeging (18) und Jannes Schrall (17) von der Hermann-Tast-Schule Husum. Sie entwickelten eine autark-desinfizierende Türklinke. Diese durchläuft in bestimmten Intervallen einen desinfizierenden Vorgang, indem Bakterien mittels UV-C-Lichts abgetötet werden. Die benötigte Energie wiederum wird durch das Betätigen der Klinke erzeugt und muss nicht extern zugeführt werden.

Ebenfalls an Schüler der Herrmann-Tast-Schule Husum ging einer der beiden Landessiege im Fach Chemie. Hagen Carstensen (18 Jahre), Jasper Nickelsen (17 Jahre) und Lars Ebel (17 Jahre) präsentierten ihr Projekt Biogasreaktor als Redox-Flow-Batterie. Da Biogasanlagen bereits wichtiger Bestandteil der Produktion von erneuerbaren Energie sind, stellten sie sich die Frage, ob man diese auch als Speicher verwenden kann.

Eine kleine Hausbiogasanlage für den Privatgebrauch bauten die beiden 18-Jährigen Silas Caspersen und Pete Labetzsch von der Theodor-Storm-Schule Husum. Darüber hinaus untersuchten sie auch den Ertrag und die Qualität einer Substratmischung aus Rindergülle gemischt mit häuslichen Abfällen und verschiedenen Silagen. So wollten sie einen Grundstein für kleine private Biogasanlagen, insbesondere in Entwicklungsländern, legen. Für ihr Projekt wurden sie mit dem Landessieg für die beste interdisziplinäre Arbeit ausgezeichnet.

Veit Eysholdt und Joel Lübbers, beide 15 Jahre alt, vom Gymnasium Trittau präsentierten der Jury in der Kategorie Technik ihr autoAuto. Hierbei handelt es sich um ein selbstfahrendes Fahrzeug, das mit optischen, akustischen und thermischen Sensoren automatisch Kurs halten kann.

Zeitgleich fand auch der Landeswettbewerb der Juniorsparte Schüler experimentieren statt. Drei weitere Projekte aus den Schülerforschungszentren Schleswig-Holstein schafften es hier bis in den Landeswettbewerb. Die Brüder Nils (14 Jahre) und Torge Richter (12 Jahre) von der Lornsenschule Schleswig wollten mit ihrem Projekt herausfinden, wie groß die Auswirkung des Faulschlamms am Grund der Schlei auf den Sauerstoffgehalt sowie weitere Wasseranalysewerte ist. Außerdem zeigten sie mit Hilfe eines Schichtmodells der Schlei in einem Aquarium, dass eine Belüftung den Sauerstoffgehalt und damit die Wasserqualität verbessern kann.

Pit Voigtsberger (13 Jahre), Achtklässler am Gymnasium Trittau, trat mit seinem Notfallassistenten an. Die von ihm entwickelte Smartphone-App kann bei einem Unfall oder Bewusstlosigkeit Hilfe per Telefon herbeirufen. Außerdem meldet sie metergenau die GPS-Daten der verunglückten Person.

Ob Fleischfressende mehr Calcium in ihren Knochen einlagern als Pflanzenfressende, wollte der 12 Jahre alte Julian Elias Carstensen von der Hermann-Tast-Schule Husum herausfinden. Dazu untersuchte er den Calciumgehalt in den Schädeln von Spitz- und Wühlmäusen. Seine Ergebnisse nutzt er, um daraus eventuelle Rückschlüsse auf eine vegane Ernährung beim Menschen zu ziehen.

Das Netzwerk Schülerforschungszentren Schleswig-Holstein (SFZ-SH) ist ein gemeinsames Projekt der Joachim Herz Stiftung (Hamburg), des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Schleswig-Holstein sowie des Leibniz-Instituts für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN). Seit Beginn des Schuljahres 2017/18 werden im Rahmen des Netzwerks an insgesamt sechs Standorten in Schleswig-Holstein Schülerforschungszentren aufgebaut. Am Standort Schleswig-Flensburg gestalten die Dannewerkschule-Gemeinschaftsschule und die Gemeinschaftsschule Lornsenschule Schleswig gemeinsam das Angebot des Schülerforschungszentrums.

An den Standorten stehen den Mädchen und Jungen gut ausgestattete Räumlichkeiten sowie eine individuelle Betreuung durch Fachkräfte zur Verfügung. Neben den Schulen sind Hochschulen, weitere Forschungs- und Bildungseinrichtungen sowie Unternehmen regional in die Angebote der Zentren eingebunden. So erhalten die Jugendlichen Gelegenheit, die Arbeit in Forschungsverbünden kennenzulernen sowie gemeinsam kreative Lösungen zu entwickeln und umzusetzen.

Die Projektpartner
Die gemeinnützige Joachim Herz Stiftung arbeitet überwiegend operativ und ist vorrangig in den Themenfeldern Naturwissenschaften, Wirtschaft sowie Persönlichkeitsbildung tätig. In diesen drei Bereichen werden auch kleine, innovative Projekte Dritter gefördert. Seit 2017 unterstützt die Stiftung zudem Forschungsprojekte in den Themenfeldern Medizin und Recht. Die Joachim Herz Stiftung wurde 2008 errichtet und gehört zu den großen deutschen Stiftungen. Über die finanzielle Unterstützung von insgesamt 1,9 Mio. Euro hinaus bringt die Joachim Herz Stiftung als engagierte Partnerin fachliche Expertise in das Projekt ein.

Das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Schleswig-Holstein ist als Projektpartner in das Netzwerk eingebunden und stellt Lehrkräftestellen für die Betreuung der Schülerinnen und Schüler in den Forschungszentren bereit.

Das Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN) übernimmt als überregionale Bildungseinrichtung die Koordination des Netzwerkes. Zudem stellt es seine Expertise für die Konzeption des Netzwerkes und die Begleitforschung bereit. Die Kieler Forschungswerkstatt verbindet als gemeinsame Einrichtung von IPN und Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) die fachliche Forschungsexzellenz der CAU und ihrer Partnereinrichtungen mit der Lehr-Lern-Forschungsexzellenz des IPN.

Weitere Informationen unter: www.sfz-sh.de

Kontakt:
Dr. Christine Köhler
Projektkoordination
Schülerforschungszentren
Schleswig-Holstein
Telefon: 0431/880-1247
E-Mail: [Email protection active, please enable JavaScript.]