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Am IPN startet ein neues Forschungsprojekt zu Besucher*innenforschung an Museen. Eine Plattform soll entwickelt werden.

22. Dezember 2022

Im November erhielt das IPN den Bewilligungsbescheid der Leibniz-Gemeinschaft für das Projekt LePAS – Leibniz-Platform for Advancing and Supporting Visitor Research in Museums: Von 2023 bis 2025 wird das Projekt im Rahmen des Programms „Leibniz-Transfer“ eine Förderung von bis zu einer Million Euro erhalten.

Im Zentrum des Förderprogramms steht der Erkenntnistransfer von Forschung in Gesellschaft, Wirtschaft und Politik anhand konkreter Maßnahmen, wie beispielsweise Vorbereitungen von Ausgründungen, Vorhaben der Politik- und Gesellschaftsberatung, Ausstellungen und vieles mehr. Genau hier setzt das Projekt LePAS an: Ziel des Projekts ist, die Besucher*innenforschung innerhalb von Museen in Deutschland zu fördern und Museen zu unterstützen, eigene Forschung umzusetzen.

Dr. Gun-Brit Thoma, wissenschaftliche Mitarbeiterin am IPN, leitet das Projekt LePAS zusammen mit Prof. Dr. Olaf Köller, geschäftsführender wissenschaftlicher Direktor des IPN. Sie fasst den aktuellen Forschungsbedarf zusammen: „Obwohl viele Museen in Deutschland bereits eigene Besucher*innenstudien durchführen, fehlt es an nachhaltigen Besucher*innenforschungskonzepten, -instrumenten und -infrastrukturen. LePAS hat sich daher folgende drei Punkte zum Ziel gesetzt: Erstens, Werkzeuge zur Gewinnung zuverlässiger, standardisierter Daten von Besucher*innen zu sammeln und weiter zu entwickeln, die – zweitens – auf einer zu entwickelnden, benutzerfreundlichen Forschungsplattform bereitgestellt werden. Ergänzt wird das Paket um – drittens –  Schulungsmaßnahmen, die Museen dabei unterstützen, fundierte Besucher*innenforschung selbstständig umzusetzen. Durch dieses Vorgehen wird nicht nur die führende Rolle der Leibniz-Gemeinschaft in der Museumsforschung in Deutschland gestärkt, sondern auch die Wirkung der Museen auf die Gesellschaft insgesamt.“

Prof. Dr. Olaf Köller zur Einordung des neuen Forschungsprojekts innerhalb des gesamten Instituts: „Für viele ist sicherlich neu, dass das IPN im Bereich Museumsforschung aktiv ist. Doch neben unserem Fokus auf Schule widmen sich unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler innerhalb der Forschungslinie „Wissenschaftskommunikation und Talentförderung“ intensiv der Förderung von informellen sowie außerschulischen Lernangeboten. Dabei sind Museen mit ihren Ausstellungen und Bildungsangeboten eine unermesslich wichtige Säule des lebenslangen Lernens! Sie zielen darauf ab, Kompetenzen wie Reflexionsfähigkeit und kritisches Denken zu fördern. Zunehmend nehmen Museen eine aktive Rolle in der Gesellschaft ein: weg vom „neutralen Ort“ hin zum gesellschaftlichen Akteur, der sowohl Dialog als auch aktive Beteiligung unterschiedlicher Interessensgruppen fördert und gestaltet. Um dies zielgerichtet tun zu können, ist es wichtig, mehr über das eigene Publikum zu wissen und zu verstehen, warum Menschen ein Museum besuchen oder nicht.“

Zahlreiche renommierte Museen und Forschungseinrichtungen kooperieren im Rahmen von LePAS. Aktuell ist eine Promotionsstelle (75% EG13 TV-L) innerhalb der Abteilung „Erziehungswissenschaft und Pädagogische Psychologie“ für dieses Projekt ausgeschrieben.

Weitere Informationen zum Projekt LePAS erhalten Sie hier.

Kontakt

Dr. Gun-Brit Thoma