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Deutsches Schülerteam glänzt bei der 1. Europäischen PhysikOlympiade

1. Juni 2017
Deutsches Schülerteam glänzt bei der 1. Europäischen PhysikOlympiade

Die deutsche EuPhO-Delegation nach der Preisverleihung. V.l.n.r.: Pascal Reeck (Gold), Christian Schmidt (Gold), Konstantin Schwark (Bronze), Maurice Zeuner (Silber), Markus Zetto (Silber) und Prof. Dr. Gunnar Friege

Die fünf Mitglieder des diesjährigen Nationalteams für die Internationale PhysikOlympiade hatten bei der erstmalig ausgerichteten Europäischen PhysikOlympiade die Möglichkeit, schon einmal ihr Talent zu zeigen – mit großartigem Erfolg. Bei dem Wettbewerb, der vom 20.-24. Mai in Tartu und Tallinn, Estland, stattfand, gab es für die deutschen Olympioniken zwei goldene, zwei silberne und eine bronzene Medaille. Damit gehört Deutschland zu den Spitzenteams des Wettbewerbs.


Auf Initiative estnischer Kollegen fand in diesem Jahr erstmalig eine PhysikOlympiade auf europäischer Ebene, die EuPhO, statt. Im asiatischen und im iberoamerikanischen Raum werden vergleichbare länderübergreifende Olympiaden bereits seit vielen Jahren mit großem Erfolg durchgeführt. Mit der EuPhO wird nun ein Versuch unternommen, auch auf europäischer Ebene einen solchen Wettbewerb zu etablieren. Daran teilgenommen haben diejenigen Schülerinnen und Schüler, die später ihr Land im internationalen Wettbewerb, der Internationalen PhysikOlympiade (IPhO), vertreten werden.

Die Internationale PhysikOlympiade und der nationale Auswahlwettbewerb, die PhysikOlympiade in Deutschland, motivieren und fördern an Physik besonders interessierte Schüler-innen und Schüler. Sie bieten ihnen die Möglichkeit, auf nationaler und internationaler Ebene ihr Können unter Beweis zu stellen und frühzeitig fachliche Kontakte zu knüpfen. Jedes Teilnehmerland entsendet ein Team aus bis zu fünf Olympioniken zur IPhO, bei der dieses Jahr in Yogyakarta, Indonesien, Jugendliche aus mehr als 80 Nationen erwartet werden. Der bundesweite Auswahlwettbewerb wird vom Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN) an der Universität Kiel in Zusammenarbeit mit den Kultusministerien der Länder und mit finanzieller Unterstützung durch das BMBF organisiert und durchgeführt.

Für das fünfköpfige deutsche Nationalteam war der europäische Wettbewerb also eine hervorragende Trainingsgelegenheit und eine Möglichkeit, schon einmal internationale Wettbewerbsluft zu schnuppern. Insgesamt nahmen 91 Schülerinnen und Schüler aus 20 Nationen an der 1. EuPhO teil. Die deutsche Delegation bestand aus Pascal Reeck (Wilhelm-Ostwald-Schule, Leipzig), Christian Schmidt (Martin-Andersen-Nexö-Gymnasium, Dresden), Konstantin Schwark (Carl-Zeiss-Gymnasium, Jena), Markus Zetto (Leibniz-Gymnasium, Rottweil) und Maurice Zeuner (Carl-Zeiss-Gymnasium, Jena) sowie dem Delegationsleiter Prof. Dr. Gunnar Friege von der Leibniz Universität Hannover.

Für die Olympioniken galt es während des dicht gedrängten Wettbewerbsprogramms anspruchsvolle physikalische Aufgaben zu lösen. Die Aufgaben der theoretischen Klausur behandelten Seilschwingungen, die Bewegung einer beschichteten Scheibe in einem heißen Gas und ein supraleitendes Gitter. In der experimentellen Klausur ging es um die Bestimmung von Eigenschaften einer LED. Dabei mussten die Olympioniken kräftig knobeln, denn anders als bei der IPhO üblich, waren die Aufgaben relativ offen formuliert und verlangten kreative Lösungsansätze.

Die deutschen Schüler haben in vielen Fällen das richtige Gespür für die Lösung bewiesen und wurden dafür bei der abschließenden Preisverleihung belohnt: Je eine goldene Medaille ging an Christian Schmidt (Platz 3) und Pascal Reeck (Platz 4). Maurice Zeuner (Platz 8) und Markus Zetto (Platz 15) sicherten sich eine Silbermedaille. Konstantin Schwark (Platz 28) erhielt eine Bronzemedaille. Maurice Zeuner wurde außerdem für das mit Abstand beste Ergebnis bei der experimentellen Klausur mit einem Sonderpreis bedacht. Eine wirklich hervorragende Leistung des deutschen Teams, die auch für die im Sommer stattfindende IPhO hoffen lässt.

Bei der Preisverleihung hielt Kersti Kaljulaid, die Präsidentin der Republik Estland, eine Rede. Dies zeigt eindrucksvoll, welche Bedeutung der Förderung naturwissenschaftlichen Nachwuchses und Wettbewerben wie der EuPhO beigemessen wird.

Mit spannenden Aufgaben, interessanten Ideen bei der Organisation sowie Durchführung des Wettbewerbes und einer kollegialen Atmosphäre stellt die EuPhO eine ausgezeichnete Ergänzung der internationalen Wettbewerbslandschaft dar. Es bleibt daher zu hoffen, dass sich die EuPhO in den kommenden Jahren etablieren und möglichst viele junge Menschen für die Beschäftigung mit Physik begeistern kann.

Kontakt zur Wettbewerbsleitung:

Dr. Stefan Petersen
IPN an der Universität Kiel, Olshausenstraße 62, 24098 Kiel
Tel.    0431 / 880-5120
email    [Email protection active, please enable JavaScript.]
Web    www.ipho.info