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IPN-Kolloquium am 25. November 2019: Berufsorientierung und Geschlecht

21. November 2019

Am Montag, 25. November 2019, trägt im Rahmen des IPN-Kolloquiums Frau Prof. Dr. Hannelore Faulstich-Wieland, Professorin i.R. der Fakultät für Erziehungswissenschaft der Universität Hamburg, zum Thema Berufsorientierung und Geschlecht vor.

Die Veranstaltung ist öffentlich.

Zeit: 13:00 s.t.
Ort: IPN-Hörsaal, Olshausenstr. 62, Erdgeschoss

Abstract:

Die Berufsorientierung von jungen Menschen zu unterstützen wird mittlerweile auch als Aufgabe der allgemeinbildenden Schulen angesehen. Die Berücksichtigung des Geschlechts – festgemacht an tatsächlichen oder vermeintlichen Einengungen vor allem der Berufsentscheidungen von jungen Frauen – soll dabei Bestandteil der schulischen Berufsorientierung sein. Dieser Anspruch bleibt in der Praxis jedoch weitgehend uneingelöst. Es lohnt folglich, sich mit den Möglichkeiten einer gendersensiblen Berufsorientierung auseinanderzusetzen.

Zunächst frage ich, wie die Berufseinmündungen nach Geschlecht aussehen. Dabei zeigen sich durchaus noch deutliche Differenzen. Theoretische Ansätze wie die persönlichkeits-theoretische Arbeit von John Holland und das sozialisationstheoretische Konzept von Linda Gottfredson sollen helfen, deren Entwicklung zu verstehen. Bevor ich darauf eingehe, wie eine gendersensible Berufsorientierung aussehen könnte, zeige ich in einer kurzen Bilanz auf, dass die bisherigen Maßnahmen wie der Zukunftstag, MINT-Initiativen oder Lehrkräftequalifizierungen wenig erfolgreich waren. Auch der realisierte Berufsorientierungsunterricht scheint eher bestehende Differenzen zu bestärken, statt sie zu bearbeiten.

Eine wichtige Voraussetzung für eine gendersensible Berufsorientierung ist es, sich von der Vorstellung einer „Natürlichkeit“ der Geschlechtszugehörigkeit frei zu machen – diese zu irritieren. „Doing gender“ ist eine dafür hilfreiche Konzeption. Irritationen sind insgesamt ein Ansatz, Lernprozesse zu unterstützen. Das will ich unter Bezugnahme auf den Ansatz meiner Kollegen Ulrich Gebhard und Arno Combe ausführen. Danach soll an einigen Beispielen vorgestellt werden, wie Irritationen möglich sind und zu einer gendersensiblen Berufsorientierung führen könnten.

Prof. Dr. Hannelore Faulstich-Wieland