Sie sind hier: Startseite / Das IPN / Nachrichten / Meta-Studie zu Lernmotivation bei Schülerinnen und Schülern: Der Schlüssel liegt im Lernerfolg und im Verhalten der Lehrkraft

Meta-Studie zu Lernmotivation bei Schülerinnen und Schülern: Der Schlüssel liegt im Lernerfolg und im Verhalten der Lehrkraft

9. Juni 2022

Thorben Jansen und Jennifer Meyer, die beide Nachwuchsgruppen am IPN leiten, ist gemeinsam mit Allan Wigfield von der University of Maryland und Jens Möller von der Kieler Universität ein besonderer Publikationserfolg gelungen. In der renommierten Zeitschrift Psychological Bulletin erscheint eine groß angelegte Literaturzusammenfassung zur Motivation von Schülerinnen und Schülern, die untersucht, welche Variablen im Zusammenhang mit der Lernmotivation von Schülerinnen und Schülern stehen. Dabei wurden sowohl Merkmale der Schülerinnern und Schüler als auch Aspekte der Lernumgebung und die Lehrkräfte in den Blick genommen. „Auf die Lehrkräfte und den Lernerfolg kommt es an. Der familiäre Hintergrund oder das Geschlecht der Schülerinnen und Schüler sind weniger wichtig.“ resümiert Thorben Jansen die Ergebnisse.

Besonders spannend und wegweisend für die Schulpraxis ist, dass besonders Schülerinnen und Schüler lernmotiviert sind, die hochwertigen Unterricht und eine gute Beziehung zu ihren Lehrkräften haben. “Wenn die Motivation der Schülerinnen und Schüler gefördert werden soll, hilft es vor allem für einen kontinuierlichen Lernzuwachs und ein gutes Verhältnis zu den Lehrkräften zu sorgen“, so Jansen weiter.

Auf der Seite der Schülerinnen und Schülern sind die Wahrnehmungen ihrer eigenen Fähigkeiten und ihr Lernerfolg stark mit ihrer Lernmotivation verknüpft. Dem sozialen Status der Familie, die ethnische Zugehörigkeit und die häusliche Unterstützung, die die Kinder erfahren, kommen dagegen für die Motivation eine eher untergeordnete Rolle zu. Dass der familiäre Hintergrund im schwachen Zusammenhang mit der Lernmotivation steht, eröffnet Lehrkräften die Möglichkeit, mit gezielten Interventionen, die Motivation ihrer Schülerinnen und Schüler zu fördern.

Die Ergebnisse basieren auf der Analyse von 125 Überblicksarbeiten, die das Team über sechs Jahre systematisch nach deren Inhalt und Methoden ausgewertet hat. Insgesamt wurden über 5000 empirische Studien und Daten von 25 Millionen Schülerinnen und Schülern berücksichtigt. Die große Datenbasis erlaubt es auch für weitere Forschung wichtige Hinweise zu geben. Allerdings erlaubt die Studie keine Aussagen darüber, ob die Motivation die Ursache oder das Ergebnis ist. „Die Lernmotivation ist ein komplexes Konstrukt und wird zwischen Studien und Forschungstraditionen unterschiedlich verstanden. Wir hoffen, dass die Studie einen Verknüpfungspunkt zwischen den Traditionen schafft und arbeiten nun an einem gemeinsamen Verständnis“, so Jennifer Meyer. Die Studie ist damit ein Aufruf für weitere theoretisch gut fundierte Forschung und noch lange kein Abschlussbericht der Forschung zur Lernmotivation.

Jansen, T., Meyer, J., Wigfield, A., & Möller, J. (2022). Which student and instructional variables are most strongly related to academic motivation in K-12 education? A systematic review of meta-analyses. Psychological Bulletin, 148(1-2), 1–26. https://doi.org/10.1037/bul0000354

Im Video gehen Thorben Jansen und Jennifer Meyer auf einige Kernfragen zur Publikation ein:

Kontakt:
[Email protection active, please enable JavaScript.]
[Email protection active, please enable JavaScript.]