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Unterrichtsqualität und Unterrichtsgestaltung: Die 12. SH-Sommeruniversität war wieder ein voller Erfolg

12. August 2019
Unterrichtsqualität und Unterrichtsgestaltung: Die 12. SH-Sommeruniversität war wieder ein voller Erfolg

Dr. Dorit Stenke, Staatssekretärin im Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur (li.), im Bild mit Organisatorin Prof. Dr. Ute Harms vom IPN bei der 12. SH-Sommeruniversität für Lehrkräfte.

Ebenso wie in den vergangenen elf Jahren fand auch in diesem Jahr die SH-Sommeruniversität wieder in der vorletzten Woche der schleswig-holsteinischen Sommerferien statt. In diesem Jahr beschäftigten sich Vorträge und Workshops mit den Themen Unterrichtsqualität und Unterrichtsgestaltung.

Die Veranstaltung wurde eröffnet von der Staatssekretärin aus dem Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur, Frau Dr. Dorit Stenke, und von Frau Professorin Ute Harms, die die Christian-Albrechts-Universität und das IPN vertrat und an den drei Veranstaltungstagen die Sommeruniversität leitete.

Den inhaltlichen Auftakt machte Frau Dr. Karen Aldrup vom IPN. Ihr Vortrag beschäftigte sich mit der Frage, welche Rolle überfachliche Aspekte von Unterrichtsqualität für Lernende und für Lehrkräfte spielen. Im Mittelpunkt ihrer Ausführungen standen drei Basisdimensionen von Qualität für Unterricht: instruktionale Unterstützung, Klassenführung und emotionale Unterstützung. In ihrem Workshop am späten Nachmittag des ersten Veranstaltungstages wurden diese Themen vertieft, indem die Teilnehmenden die Gelegenheit bekamen, das Classroom Assessment Scoring System (CLASS), eines der international etabliertesten Instrumente zur Beobachtung von Lehrer-Schüler-Interaktionen kennenzulernen. Die Qualität der Lehrer-Schüler-Interaktion wird dabei anhand von elf Dimensionen eingeschätzt, welche wiederum den drei Domänen instruktionale Unterstützung, Klassenführung und emotionale Unterstützung zugeordnet werden können.

Am zweiten Veranstaltungstag wurden die Basisdimensionen von Unterricht von Frau Professorin Mirjam Steffensky (IPN) aufgegriffen. In ihrem Vortrag veranschaulichte sie deren Bedeutung am Beispiel des naturwissenschaftlichen Lehrens und Lernens in der Grundschule. Aber Qualität von Bildung in formalen Kontexten beginnt nicht erst in der Grundschule. Wie relevant die Qualität von Kindertagesstätten für die frühkindliche Sprachentwicklung und damit für das anschließende schulische Lernen ist, zeigte Herr Dr. Daniel Schmerse vom IPN anhand aktueller Forschungsergebnisse.

Auf einen weiteren zentralen Aspekt von Unterrichtsqualität gingen Herr Professor Aiso Heinze und sein Mitarbeiter Henning Sievert (beide IPN) ein. Sie zeigten in ihrem Vortrag eindrucksvoll auf, welche Effekte die Wahl des Mathematikschulbuchs auf die Leistungsentwicklung von Schülerinnen und Schülern der Primarstufe hat. Doch Schule hat weitaus mehr im Blick als die Entwicklung von Leistung. Dies fokussierte der Vortrag von Dr. Fabian Schmidt von der Universität Hamburg, der auf die Frage einging, welchen Nutzen nichtkognitive Fähigkeiten im Schulalltag haben. Konkret ging es in diesem Zusammenhang um die Bedeutung von Beharrlichkeit und beständigem Interesse.

Auch der Vortrag von Frau Professorin Ute Harms und ihrer Mitarbeiterin Carola Garrecht ging über den Aspekt der fachlichen Leistungsentwicklung hinaus. Er beschäftigte sich mit der Frage, wie Kompetenzen im Umgang mit ethischen Fragen gefördert werden können. Den Abschluss der diesjährigen SH-Sommeruniversität am Samstagvormittag bildeten die Ausführungen von Frau Professorin Katharina Scheiter vom Leibniz-Institut für Wissensmedien (IWM) in Tübingen zum Lernen mit multiplen Repräsentationen, in denen sie aktuelle Forschungsergebnisse zu deren Bedeutung für die Unterrichtsgestaltung darstellte.

Auch in diesem Jahr wurden die wissenschaftlichen Beiträge von den Teilnehmenden mit hohem Interesse und Diskussionsfreude aufgenommen. Der sympathische Tagungsort, die Nordsee Akademie in Leck, ebenso wie ein abendlicher Ausflug auf die Hamburger Hallig trugen außerdem zu der angenehmen und anregenden Arbeitsatmosphäre bei. So war die Sommeruniversität auch in diesem Jahr wieder ein Forum für Vertreterinnen und Vertreter aus der Schulpraxis, um aktuelle und zukunftsweisende Themen zu vertiefen und neueste wissenschaftliche Erkenntnisse kennenzulernen und unter der eigenen professionellen Perspektive zu diskutieren.

Kontakt:
Prof. Dr. Ute Harms
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