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Welche mathematischen Lernvoraussetzungen werden für ein MINT-Studium benötigt? Vertreterinnen und Vertreter aus Schulpraxis und Hochschulen erarbeiteten gemeinsam einen Katalog für das MINT-Studium in Schleswig-Holstein

15. September 2022
Welche mathematischen Lernvoraussetzungen werden für ein MINT-Studium benötigt?  Vertreterinnen und Vertreter aus Schulpraxis und Hochschulen erarbeiteten gemeinsam einen Katalog für das MINT-Studium in Schleswig-Holstein

© Jürgen Haacks, Uni Kiel

Zu geringe Mathematikkenntnisse stellen eine der größten Hürden zu Beginn eines MINT-Studiums dar. Entsprechend führen Probleme mit den mathematischen Anforderungen vor allem in den ersten beiden Semestern oft zu Studienabbrüchen. Über die Ursachen dieser Problematik wird bundesweit seit Jahren kontrovers diskutiert. So steht der Frage nach zu geringen Leistungsstandards der Schule die Gegenfrage nach zu hohen Anforderungen der Hochschulen gegenüber. Einen praktischen Lösungsansatz hat diese Diskussion bisher nicht hervorgebracht. In Schleswig-Holstein haben sich deshalb Mathematiklehrkräfte aus allen Landesteilen, Mitarbeitende des Instituts für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein (IQSH) und des Ministeriums für Allgemeine und Berufliche Bildung, Forschung, Wissenschaft und Kultur (MBFWK) sowie Hochschullehrende aller staatlichen Hochschulen gemeinsam auf den Weg gemacht, um eine bessere Abstimmung zu mathematischen Kenntnissen am Übergang von der Schule in die Hochschule zu erreichen. Dabei gab es zwei zentrale Ziele:

  1. Einen Konsens über das relevante mathematische Wissen und Können zu erreichen, das einerseits im Rahmen des Mathematikunterrichts realistisch erreicht werden kann und das andererseits für einen erfolgreichen Start in ein MINT-Studium ausreicht.
  2. Eine konkrete Beschreibung dieses mathematischen Wissens und Könnens in Form eines Katalogs inkl. illustrierender Aufgaben und Lösungen, damit für studieninteressierte Schülerinnen und Schüler transparent wird, was im MINT-Studium von ihnen erwartet wird.

Die Zusammenarbeit von Mathematiklehrkräften, Mitarbeitenden des IQSH und des Ministeriums sowie Hochschullehrenden für MINT-Studiengänge wurde gemeinsam von IPN - Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik Kiel, IQSH und MBFWK organisiert und finanziert. In einem mehrjährigen Prozess tauschten sich die Teilnehmenden über das Mathematiklernen in der Schule und im Studium aus und diskutierten im Detail die vielen Aspekte des mathematischen Wissens und Könnens, die für den Übergang Schule-Hochschule relevant sein können. Grundlage dafür bildeten einerseits die Fachanforderungen Mathematik als Ziele des Mathematikunterrichts der Sekundarstufen I und II und andererseits die Ergebnisse der MaLeMINT-Studie des IPN Kiel, in der die erwarteten mathematischen Lernvoraussetzungen für MINT-Studiengänge von knapp 1000 Hochschullehrende aus ganz Deutschland zusammengetragen wurden. Als Ergebnis des Arbeitsprozesses liegt nun ein umfassender Aufgabenkatalog vor, der die mathematischen Anforderungen am Übergang Schule-Hochschule für MINT-Studiengänge an Hochschulen in Schleswig-Holstein illustriert.

Am 22. September 2022 kommen die Beteiligten erneut zu einer Tagung am IPN Kiel zusammen. Neben der Vorstellung des fertigen Aufgabenkatalogs wird besprochen, wie der gemeinsam entwickelte Katalog sowohl in Schulen, in der zweiten und dritten Phase der Lehrerbildung als auch in Hochschulen zukünftig genutzt werden kann, um den Übergang in ein MINT-Studium zu unterstützen. Darüber hinaus soll erörtert werden, wie die Herausforderungen des Übergangs Schule-Hochschule in Schleswig-Holstein auch in Zukunft weiter gemeinsam bearbeitet werden können. Die kommende Tagung stellt damit nicht nur den Abschluss eines Projekts dar, sondern ist auch der Startschuss einer Reihe von jährlichen Tagungen, um den begonnenen konstruktiven Dialog weiterzuführen.

Alle Informationen zur MaLeMINT-Studie finden Sie auf der Projekt-Website.

Kontakt am IPN:

Prof. Dr. Aiso Heinze
E-Mail: [Email protection active, please enable JavaScript.]
Telefon: +49-(0)431-880-3096