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NOKIJ

NOKIJ (Nachhaltigkeitsorientierte Konsumintention bei Jugendlichen)

 

 

Hintergrund: Konsumhandeln als Faktor der Implementation nachhaltiger Entwicklung

Unserem Konsumhandeln kommt bei der Umsetzung des Leitbildes nachhaltiger Entwicklung eine wichtige Rolle zu. Die Bedeutung des Konsumhandelns wird durch seine Aufführung in den Nachhaltigkeitszielen (Sustainable Development Goals, SDGs) verdeutlicht. Verantwortlicher Konsum ist selbst ein erklärtes Ziel (SDG 12) und Voraussetzung für die Umsetzung weiterer Ziele (z. B. SDGs 2, 13, 14). Die SDGs tragen der Tatsache Rechnung, dass die Auswirkungen individuellen Handelns über die Subjektebene hinausgehen. Durch unser Konsumhandeln gestalten wir soziale, ökologische und ökonomische Bedingungen lokal und weltweit mit und beeinflussen damit direkt und indirekt die Möglichkeiten zur Bedürfniserfüllung heute lebender und zukünftiger Generationen. Das Leitbild nachhaltiger Entwicklung charakterisiert sich durch das Ziel, diese Möglichkeit zur Bedürfniserfüllung zu gewährleisten (Prinzip der intra- und intergenerationalen Gerechtigkeit). Die gegenwärtige Nachfrage an natürlichen Ressourcen vor allem seitens der Industrienationen überschreitet die Regenerationsfähigkeit natürlicher Systeme und gefährdet damit die Umsetzung des Gerechtigkeitsprinzips. Im Rahmen einer Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) sollen Lernende individuell und beruflich dazu befähigt werden, die Gesellschaft entsprechend dem Leitbild nachhaltiger Entwicklung mitzugestalten. Dabei stellt die Befähigung reflektiert nachhaltige (Konsum-)Absichten, eine Hauptdeterminante von Konsumhandeln, zu bilden aufgrund der thematischen Bezüge des Konsums zur belebten Natur insbesondere auch eine wichtige Aufgabe für einen zeitgemäßen Biologieunterricht dar.

Forschungsziele

Die Perspektive des Forschungsprojektes besteht darin, Lernende zu nachhaltiger Konsumintention zu befähigen, um sie in die Lage zu versetzen einen Beitrag zur Umsetzung des Leitbildes nachhaltiger Entwicklung (und damit dem Gerechtigkeitsprinzip) zu leisten. Zur Entwicklung von Bildungsinterventionen, die im Rahmen einer BNE das bewusste Konsumentscheiden fördern, ist es zunächst nötig, die einer Konsumabsicht unterliegenden kognitiv-motivationalen Faktoren zu identifizieren. Nahziel des Projektes ist daher die Gestaltung eines Handlungsstrukturmodells, das die intrapersonalen Determinanten reflektierter Konsumabsicht zueinander in Beziehung setzt.

Modelladaption

Grundlage der Arbeit ist die Theorie des geplanten Verhaltens. Diese Theorie wird um die Aspekte des Nachhaltigkeitswissens (Problem- und Lösungswissen in Bezug auf nachhaltigkeitsrelevante Problemstellungen) und nachhaltigkeitsbezogene Werte ergänzt. Das adaptierte Modell integriert den Aspekt der intra- und intergenerationalen Auswirkungen individuellen Konsumhandelns und erlaubt gleichzeitig die Bezugnahme auf die soziale, ökologische und ökonomische Nachhaltigkeitsdimension. Dabei werden Handlungsfolgen auf der individuellen, lokalen und globalen Ebene erfasst. Das Modell nimmt damit Bezug auf alle im Nachhaltigkeitsdiskurs relevanten handlungsbezogenen Aspekte (s. o.). Der Projektverlauf sieht vor, das entwickelte Modell zunächst empirisch zu prüfen. Das geprüfte Modell bildet Grundlage für die Planung von konsumbezogenen Bildungsinterventionen im Rahmen einer BNE.

Projektpublikationen

Bauer, D., Arnold, J., & Kremer, K. (2018). Consumption-intention formation in education for sustainable development: An adapted model based on the theory of planned behavior. Sustainability, 10(10), 1-13. [3455]. doi: 10.3390/su10103455

Beteiligte Arbeitsbereiche und Personen:

Abteilung Didaktik der Biologie, IPN
Prof. Dr. Kerstin Kremer
Deidre Bauer

Abteilung Erziehungswissenschaft, IPN
Dr. Kerstin Schütte

Didaktik der Biologie, Fachhochschule Nordwestschweiz
Dr. Julia Arnold